Waren die keltischen Royals der Heuneburg die erste deutsche Königsfamilie?

Anfang Oktober 2020 haben Archäologen bei der Heuneburg in Baden-Württemberg mit zwei Schwerlastkränen ein 80 Tonnen schweres Fürstengrab in einem Stück aus der Erde gehoben. Das Grab stammt aus dem 6. Jahrhundert vor unserer Zeit.

In der Holzkammer des Grabes, welche mit Eichen- und Tannenholz verschalt gewesen ist, fanden die Archäologen kostbare Grabbeigaben aus Gold und Bernstein.

In der Nähe dieses Grabes fand man zudem auch noch die Grabstätten einer edel gekleideten Dame und eines etwa dreijährigen Mädchens. Auch diese Gräber stammen aus dem 6. Jahrhundert vor unserer Zeit. Die Archäologen datieren diese Gräber auf etwa 583/582 vor unserer Zeit. Wissenschaftler nennen die, zu Lebzeiten wohlhabende, tote Frau die „Fürstin vom Bettelbühl“.

Die Heuneburg ist die älteste belegte Stadt nördlich der Alpen. Der Berg auf dem sie errichtet ist, gilt seit jeher als heiliger Ort. Hier siedelten in der Bronzezeit Kelten, die von hieraus Handelsbeziehungen über die Alpen und Adria bis nach Griechenland pflegten. Dort wurde diese keltische Stadt „Pyrene“ genannt.

Die Bewohner von „Pyrene“ lebten etwa zur selben Zeit wie zum Beispiel Buddha, Zarathustra und Pythagoras. Die Stadt, welche sich majestätisch über dem Donautal erhebt, ist ähnlich wie Rom, auf sieben Hügeln gebaut. Fast so wie Troja welches sich über die Dardanellen erhebte.

Das nächste Ziel der Archäologen ist es nun herauszufinden, ob die Toten nicht nur, wie Landesarchäologe Prof. Dirk Lutz Krauße sagt, „nahverwandte Mitglieder der politisch führenden Familien“ gewesen sind, „die um 600 v. Chr. das Sagen auf der Heuneburg hatten“. Sondern ob die Toten eine Familie gewesen sind, bestehend aus Vater, Mutter und Kind. Würde sich das bestätigen, dann wären die heuneburgerischen Royals aus der Bronzezeit die erste deutsche Königsfamilie.