Museumsleiter Dr. Andreas Hensen: “Die römische Kultur fußt auf den Kelten”

In einem Interview, dass ein Journalist von der Rhein-Neckar-Zeitung, mit Dr. Andreas Hensen – Leiter des Lobdengau-Museums – geführt hat, erklärte Dr. Hensen, “dass die römische Kultur auf den Kelten fußt und warum die Bedeutung der Kelten weniger wahrgenommen wird als die Römer.

RNZ: Die Kelten brauten Bier, erfanden das Fass und mit Eisen beschlagene Holzräder und prägten Münzen von hoher Qualität. All diese Erfindungen bringt man eher mit den Römern in Verbindung. Kommen die Kelten in der Geschichte zu kurz?

Dr. Andreas Hensen: Das darf man so sagen, und das hängt sicher mit der Dominanz der Römer in der frühen schriftlichen Überlieferung und letztlich in unseren Geschichtsbüchern zusammen. Das Imperium Romanum unterwarf die gallisch-keltischen Stämme und gliederte ihre Gebiete in seine neu geschaffenen Provinzen ein. Aus den Besiegten wurden Gallo-Römer, die sich dem römischen Lebensstil schnell anpassten und eine Art “Mischkultur” schufen. Allerdings fußt die römische Kultur auf technologischen Errungenschaften der Kelten; dazu gehören etwa die Metallverarbeitung, die Goldschmiedekunst, die Weberei, Methoden des Ackerbaus und der Viehzucht.