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Keltische Höhensiedlungen an der mittleren Donau

Braunsberg bei Hainburg an der Donau

Rund 1 km nordöstlich von Hainburg erhebt sich der 346 m hohe Braunsberg , der durch seine isolierte Lage und den fast senkrechten Felsabbrüchen im Süden und Westen die porta Hungarica dominiert.

Die Zufahrt auf das rund 500 m lange und etwa 250 m breite Plateau führt über die Nordseite, an welcher der Braunsberg in mehreren Stufen weniger steil abfällt.

Das Plateau ist im Süden und Westen durch einen etwa 1 bis 1,5 m und rund 5 m breiten Erdwall umgeben, im Norden und Osten ist der Wall stellenweise bis zu 2 m hoch erhalten; partiell jedoch auch vollständig erodiert. Im Nordosten ist der Ansatz eines sog. Vorwalles noch erkennbar; er ist archäologisch noch nicht untersucht worden.

Die bisherigen archäologischen Untersuchungen führte das Inst. UFG mit finanzieller Unterstützung des Landes NÖ. und des FWF durch. 1931 standen die Grabungen unter der Leitung von H. Mitscha-Märheim und E. Nischer-Falkenhof; 1986 bis 1990 und 1996 unter jener von O. H. Urban. Insgesamt wurden bisher zehn Wallschnitte und vier Flächensondagen durchgeführt. Die Ergebnisse lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Streufunde aus dem Spätneolithikum

Frühbronzezeitliche Oberflächenfunde vom Fuße des Braunsberges

Altfund einer urnenfelderzeitlichen Gußform eines Tüllenbeiles

Höhensiedlung der Kalenderberg-Gruppe, die von der älteren bis in die jüngere Hallstattzeit (Ha C bis D1) reicht und vereinzelt östliche Einflüsse, wie verzierte Wandfragmente im Basarabi-Stil, aufweist. Die beiden westlich des Braunsberges in Sichtverbindung liegenden großen Grab(?)hügel "Schulerberg" und "Türkenhügel" können möglicherweise in Zusammenhang mit der hallstättischen Höhensiedlung stehen; sie sind allerdings noch nicht ausreichend archäologisch untersucht.

Frühlatènezeitliche Einzelfunde

Junglatènezeitliche Höhensiedlung mit einer Latène-C1-zeitlichen Befestigung vom Typus Hollingbury. Der Schwerpunkt der Besiedlung liegt in Latène C2 und D1. Die bei den Altgrabungen vermutete Toranlage muss falsifiziert werden. Bei den Sondagen im Siedlungsinneren konnten Häuser mit Stampflehmboden und Feuerstelle festgestellt werden, die auf einer in den Hang eingetieften Stufe (Terrasse) errichtet worden waren. In unmittelbarer Nachbarschaft wurde 1996 ein kleines Eisendepot, bestehend aus einem Ringgriffmesser, einer Lanzenspitze, einem Schwertklingenfragment sowie mehreren Eisenreifen, entdeckt. Als jüngster latènezeitlicher Fund kann ein bereits 1737 erwähnter, verschollener keltischer Münzschatz angesehen werden, der wohl in die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. datiert.

Römische, völkerwanderungszeitliche und frühmittelalterliche Streufunde, die lediglich eine Begehung, aber keine Besiedlung nachweisen

Die Grabungsfunde befinden sich im NÖ. Landesmuseum und in der Studiensammlung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien. Eine kleine Grabungsdokumentation ist im Wiener Tor Museum von Hainburg a. d. Donau zu sehen; außerdem sind ausgewählte Einzelfunde in einer Vitrine im Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg ausgestellt.

Leopoldsberg in Wien 19

Im Norden von Wien erhebt sich als nordöstlichste Erhebung des Wiener Waldes der 423 m hohe Leopoldsberg, der nach drei Seiten durch Steilabfälle natürlich geschützt ist und lediglich nach Westen hin durch einen Sattel mit dem Kahlenberg verbunden ist. Der Leopoldsberg bildet gemeinsam mit dem links der Donau liegenden Bisamberg die Wiener Pforte. Dem Leopoldsberg kommt in der Landesgeschichte Wiens eine nicht unbedeutende Rolle zu. So glaubten viele bis an den Anfang des 20. Jhdts., dass die Babenberger Burg des Markgrafen Leopold III. auf dem Leopoldsberg errichtet worden war (die Burg stand jedoch in der Südwestecke des Römerlagers von Klosterneuburg) oder dass die legendäre Messe von Marco d'Aviano vor dem Entsatz von Wien unter Anwesenheit des polnischen Königs Jan III. Sobieski und Karl von Lothringen auf der ursprünglich Kahlenberg genannten Anhöhe stattfand, denn der Namenswechsel erfolgte erst nach der 2. Türkenbelagerung, als die von Leopold I. gestiftete St. Leopolds-Kirche fertiggestellt worden war.

Die 1905 von J. Czech von Czechenherz durchgeführten Grabungen sind praktisch unveröffentlicht - die Funde sowie Dokumentation verschollen. 1917 folgte der Einzelfund eines Schwertgrabes und 1934/35 Fundbergungen im Zuge des Baues der Höhenstraße. Die dabei freigelegten urnenfelderzeitlichen Gräber wurden 1962 von H. Kerchler publiziert.

1990 begannen die Untersuchungen der Stadtarchäologie Wien (O. Harl) und dem Inst. UFG (O. H. Urban), die gemeinsam durchgeführt und geleitet, sowie von der Jubiläumsstifung der ÖNB gefördert werden. Insgesamt wurden bisher 44 Schnitte in verschiedenen Bereichen des Leopoldsberges angelegt: besonders im Bereich der Schleife der Höhenstraße, in der Vorburg und auf der sog. Südterrasse des Leopoldsberges, einer natürlichen Geländestufe. Zusammenfassend kann festgestellt werden:

Streufunde aus dem Spätneolithikum

Ein urnenfelder- bzw. Ha B2/3-zeitliches Brandgräberfeld mit zumindest 35 Grabkomplexen.

Höhensiedlung der Hallstatt- und Frühlatènezeit. Im Bereich des Plateaus und der Südterrasse fanden sich Funde der älteren und jüngeren Hallstattzeit und innerhalb der Schleife der Höhenstraße Funde der jüngeren Hallstatt- und der Frühlatènezeit, u. a. ein Fragment einer Tasse vom Typus Stupava. Neben einem rund 3 x 3 m großen, quadratischen Grubenkomplex innerhalb der Schleife der Höhenstraße konnten im Bereich der Südterrasse mehrere, in den Hang eingetiefte Siedlungsbauten, die durch Feuer zerstört worden waren, freigelegt werden.
Junglatènezeitliche Höhensiedlung, die in Latène C2 einsetzt und bis in eine jüngere Phase von Latène D (Phase Wien 3.-Wolfsthal-Grub) andauert. Der Schwerpunkt der Besiedlung fällt nach Latène C2 und D1. Eine von Czech vermutete Befestigung muss falsifiziert werden; der Steinwall ist frühneuzeitlich. Bei den Ausgrabungen im Bereich der Schleife der Höhenstraße konnten neben Abfallresten von Werkstätten auch Spuren mehrerer Pfostenbauten und eine kleine Grubenhütte, in der sich u. a. eine Säuglingsbestattung befand, freigelegt werden.

Römische Einzelfunde, die lediglich eine Begehung, aber keine Besiedlung nachweisen

Hoch- und spätmittelalterliche Kleinfunde; erwähnenswert dabei Reste einer Bauschmiede in der Vorburg aus dem 12. Jhdt. n. Chr., die von B. Cech und G. Sperl bearbeitet wurden.

Linz-Freinberg

Im Westen von Linz erstreckt sich eine Hügelkette, die mit dem Schloßberg beginnt und im Südwesten vom 405 m hohen Freinberg abgeschlossen wird. Das dreieckige Plateau des Freinberges ist auf zwei Seiten durch den Donauabbruch und durch Steilhänge zum sog. Zaubertal natürlich geschützt. An der Südseite wird eine etwa 2,5 ha große Fläche durch einen rund 4 m hohen, etwa 230 m langen Abschnittswall geschützt. Seit 1889 wird der ehemals auch Jägerma(e)rwald bzw. Galgenberg genannte Freinberg von der Franz-Josephs-Warte gekrönt.

Beim Bau dieses Aussichtsturmes bzw. des angrenzenden Platzes wurden "die Grundmauern eines römischen Gebäudes" entdeckt. 1900 wurde dann bei der Anlage eines Parkweges der Abschnittswall durchschnitten und dabei "ausgedehnte Brandstätten mit [...] gebrannter Erde [und] viele Scherben" gefunden (J. Straberger, MAG 31, 1901, 94 ff.). Ebenfalls im Jahre 1900 wurde ein spätbronzezeitliches Depot von 135 Bronzen entdeckt. 1911 veröffentlichte L. Benesch erstmals die Befestigungsanlage und lehnte die verbreitete Ansicht, dass die Befestigung 1809 von Feldmarschall Hiller gegen die napoleonischen Truppen aufgeworfen sein soll, ab und datierte den Wall in das 10. Jahrhundert n. Chr. 1914 veröffentlichte A. Mahr das Depot und einen Teil der weiteren Funde und vermutete, dass der Wall aus der Bronzezeit stammen dürfte. 1932 wurde der Wall neuerlich angeschnitten und von F. Stroh laténezeitliche Funde gefunden. In der Folge bürgerte sich die Bezeichnung "Keltenwall" ein.

1989 setzten durch E. M. Ruprechtsberger (Linzer Stadtmuseum Nordico) erstmals systematische Untersuchungen ein. Bis zum im Frühjahr 1990 wurde der Nahbereich der Aussichtswarte erforscht. Von 1990 bis 1996 wurden die Ausgrabungen gemeinsam mit dem Inst. UFG (O. Urban) geführt. Die Ergebnisse sind zusammengefaßt:

Streufunde aus dem Spätneolithikum

Nachweis einer dreiphasigen spätbronzezeitlichen Befestigung, die mehrmals durch Feuer zerstört worden ist. Zwischen der ersten (Hallstatt A2/B1) und zweiten (Hallstatt B2/B3) Wallaufschüttung befand sich ein kleines Bronzedepot. Die zahlreichen übereinanderliegenden Brandschichten sowie der im oberen Bereich stark verziegelte Lehm eines Wehrganges dürften den "ausgedehnten Brandstätten" der Beobachtungen aus dem Jahre 1900 entsprechen.
Die in der Literatur genannten Funde der Hallstattzeit sind spätbronzezeitlich. Es gibt zur Zeit keinen Nachweis einer hallstättischen Besiedlung auf dem Freinberg.

Streufunde aus der Frühlatènezeit

Junglatènezeitliche Höhensiedlung, die sich auch auf das Gebiet außerhalb des Walles erstreckt mit Nachweisen von Handwerkstätigkeit. Während Latène D1 (Eggers A) wurde der Wall neuerlich durch eine ursprünglich wohl etwa 80 cm hohe Sandaufschüttung befestigt und durch eine Steinsetzung an der Wallkrone verstärkt; d. h., der Wall ist mehrphasig, im Kern spätbronzezeitlich, die oberste Schicht spätlatènezeitlich. Die verziegelten Schichten gehören wie die dazugehörenden Holzkohleschichten auch nach den vorliegenden Radiokarbondaten in die Spätbronzezeit. Eine Datierung des sog. "Schlackenwalles" in die Zeit der Ungarnkriege kann daher ausgeschlossen werden.

Römischer Steinbau, dessen Funktion aufgrund der neuzeitlichen Zerstörungen nicht mehr geklärt werden kann. Streufunde des 2. bis 4. Jhdts. finden sich im gesamten Plateaubereich.
Streufunde aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit ohne nennenswerte Befunde.

DER GRÜNDBERG

Auf der Urfahrer Seite am nordwestlichen Stadtrand von Linz erstreckt sich der Gründberg, ein annähernd N-S-verlaufender Höhenrücken, und der zur Böhmischen Masse gehört, an drei Seiten durch Steilhänge natürlich gesichert ist. Auf der leicht zugänglichen Nordseite wird er durch zwei Abschnittswälle (Nord- und Südwall) geschützt. Diese Wälle gliedern den rund 1,5 km langen und bis zu 400 m breiten Höhenrücken in zwei Teile. In der Nordhälfte erreicht der sog. Keglergupf eine Höhe von 546 m. Nach Westen hin fällt der Gründberg zum Höllbachgraben und nach Osten zum Haselgraben steil ab.

Forschungsgeschichte und alte Untersuchungen

Die erste Nennung mit Übersichtsplan erfolgte 1911 durch L. Benesch. Er beschrieb den an einer Engstelle liegenden, noch bis zu 3,5 m von Norden her hoch erhaltenen Südwall sowie den ähnlich hohen Nordwall, der im östlichen Bereich unterhalb des Keglergupfes ein im Gelände gut erkennbares, rund 6 m breites und 12 m tiefes Zangentor aufweist. Dieses Zangentor hat dann die Aufmerksamkeit von P. Reinecke, einem der bedeutendsten Prähistoriker seiner Zeit, erweckt, der sich 1926 anlässlich einer Tagung in Linz aufhielt.

Die einzigen Ausgrabungen wurden 1937 durch F. Stroh und L. Franz durchgeführt. Nach deren Publikation wurden in der dreiwöchigen Grabungskampagne im Südbereich der Befestigung an rund 50 Stellen Schnitte geöffnet.. Außerdem wurden in den Wällen und im Zangentore mehrere Schnitte angelegt und eine sogenannte "Holz-Erde-Mauer" mit einer Breite von etwa 3,5 m angenommen. Wie viele Schnitte in der Nordhälfte der Befestigung angelegt worden sind, lässt sich schwer abschätzen. Franz schreibt von "zahlreichen Suchgräben" an den Hängen des Keglergupfes sowie "viele(n) Gräben" im Raum zwischen Nord- und Südwall. Insgesamt dürften Franz und Stroh in der dreiwöchigen Grabungskampagne um die 100 Schnitte geöffnet haben.

Neue Untersuchungen

1994 setzten im Zuge des Projektes Höhensiedlungen im Linzer Raum erstmals systematische Untersuchungen ein. 1994 wurde ein Suchschnitt durch den Nordwall gegraben und 1995 mussten nach mehreren Sondagen die diagnostizierten Mauerzüge der Grabung 1937 falsifiziert werden; es handelt sich dabei um natürliche Reste des unter-schiedlich verwitterten Felsens. 1996 begannen die Untersuchungen im Südwall. Erstmals konnten stratifizierte Funde der jüngeren Latènezeit an der Basis der Wallaufschüttung sowie im Versturz der Steineinbauten festgestellt werden. 1997 sollten die verschütteten, breiten Innengräben an der Südseite und der Steinversturz an der Nordseite des Walles flächig untersucht werden. Dabei fanden sich zur Überraschung aller vier Eisendepots. 1998 wurden die Untersuchungen in diesem Bereich fortgesetzt; es konnten Reste einer zum Großteil verstürzten, trocken gesetzten Bruchsteinmauer entdeckt werden, die an der Innenseite jeweils im Abstand von rund 2,5 m 40 cm breite Nischen für eine Holzkonstruktion aufwies, die vermutlich die Mauer stützte und den Wehrgang trug. Die Mauer hatte ursprünglich eine Höhe von etwa 3 m und stand an der Vorderfront der Erdrampe.

Die Eisendepots: Drei Eisendepots lagen direkt hinter der Blendmauer in der Rampenschüttung im Abstand von etwa 2,5 bis 3 m. Das Depot 4 fand sich außerhalb, im Versturz der Steinmauer. Im Depot 1 fanden sich insgesamt 16 Gegenstände im Gesamtgewicht von fast 20 kg Eisen, u. a. im oberen Bereich neben einem großen Hakenschlüssel und fünf Nabenringen zwei Hämmer und vermutlich ein kleiner Amboss. Darunter lagen drei weitere Hämmer, ein Beil und ein Hakenamboss. Bei zwei weiteren Funden müssen erst die metallurgischen Untersuchungen klären, ob es sich jeweils um einen pyramidenstumpfförmigen Amboss oder um das Fragment eines Eisenbarrens handelt. Im Depot 2 lagen zwölf Gegenstände. Zwischen den verbogenen Resten eines bandförmigen Radreifens fanden sich u. a. ein Schwert mit Schwertscheide, ein verbogenes Schwert, ein Bratspieß, eine Aschenschaufel und eine Fleischgabel. Außerdem wurden ein Hammer und ein Beil niedergelegt. Mehrere kleine bandförmige Fragmente können erst nach Abschluss der Restaurierung und Bearbeitung identifiziert werden. Das Gesamtgewicht beträgt fast 10 kg.

Depot 3 besteht aus 13 Gegenständen und ist mit seinen 21,2 kg Eisen das schwerste der vier. Auch hier fanden sich zwischen einem zusammengebogenen und alt gebrochenen Radreifen die weiteren Gegenstände, darunter zwei Kesselhaken, ein Paar Radnaben, ein Beil, ein Schmiedehammer sowie eine Schmiedezange und ein Lanzenschuh mit Tülle. Der vielleicht schönste Fund des Ensembles ist ein großer Dreizack, wie er bis in jüngste Zeit zum Fischfang von großen Donaufischen verwendet wurde.

Das verstürzte Depot 4 umfasste lediglich zwei Barrenfragmente, die zusammen mehr als 10 kg wiegen. Nach der ersten Autopsie durch Metallurgen soll das Eisen von hoher Qualität sein.

Die Zusammensetzung der Depots ist auffallend reichhaltig. Neben den Werkzeugen und Radbeschlägen sind insbesondere die Waffen herausragend. Es gibt bisher keine vergleichbaren Depotfunde aus dieser Zeit in Österreich. Die Werkzeuge zeigen ein breites Spektrum, insbesondere bei den Hämmern finden sich die unterschiedlichsten Formen: schwere und leichte Treib- bzw. Schmiedehämmer sowie Hämmer mit hoch- bzw. quergestellter Finne. Bei den Holzbearbeitungsgeräten sind Querbeile sowie Lochäxte nachgewiesen. Den größten Anteil an den Werkzeugen haben Geräte, die zu einer Schmiede gehören: außer der schönen, wenn auch recht kurzen Schmiedezange, die, wie die Röntgenaufnahmen zeigen, im Bereich der Zangen mehrfach nachgearbeitet worden ist, und den bereits erwähnten Treibhämmern sind die Ambosse anzuführen. Auch die Eisenbarrenstücke können zu dieser Gruppe gezählt werden.

An Wagenbestandteilen sind die beiden Radreifen, die zumindest für Speichenräder mit einem Durchmesser von etwa 1 m gedient haben, und die zahlreichen, aufwendig profilierten Nabenringe zu nennen. Zu den Waffen sind die beiden mittel- bis spätlatènezeitlichen Schwerter, der Lanzenschuh sowie der Dreispieß zu zählen. Die weiteren Gerätschaften hatten besonders dem leiblichen Wohl gedient: Kesselhaken, Bratspieß und Fleischgabel. Auch die Aschenschaufel wird wohl ihren Dienst beim Herd versehen haben. Viele Stücke tragen deutliche Gebrauchsspuren. Die umgeschlagenen Bärte bei den Hämmern sind mit dem freien Auge leicht sichtbar; andere müssen erst unter dem Röntgenapparat bzw. dem Mikroskop auf Gebrauchsspuren untersucht werden.

Die immerhin insgesamt 60 kg schweren Gerätschaften bieten einen guten Einblick in die Technik einer keltischen Schmiede, einerseits durch die Werkzeuge und Barren, anderseits durch die Produkte. Zuletzt noch einige Überlegungen zu den Hintergründen der Deponierung. Die Lage der Depots im Inneren eines junglatènezeitlichen Befestigungswerkes ist einmalig für die Kelten - nicht nur in Österreich, sondern praktisch in der gesamten Celtica. Es liegt nahe, dass die Deponierung der Eisenobjekte direkt hinter der Blendmauer im weitesten Sinn als Bauopfer gedeutet werden kann. Es soll allerdings nicht verschwiegen werden, dass zur Zeit auch weiterreichende Überlegungen angestellt werden. So befindet sich in unmittelbarer Nähe der Fundstellen, im Abstand von vielleicht 30 m, eine Quelle. In spätkeltischen Siedlungen ist bereits mehrfach beobachtet worden, dass sich in unmittelbarer Nähe von Quellen Heiligtümer befinden und in der Nachbarschaft wiederum nicht selten verschiedenste Deponierungssitten vorkommen. Ein solches Heiligtum ist allerdings auf dem Gründberg bisher nicht nachgewiesen worden. Eine Untersuchung des Bereiches ist nach intensiver Luftbildprospektion geplant - die Theorie muss noch verifiziert werden.

 

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