Walisisch, Bretonisch und Kornisch

Keltische Sprachen werden heute hauptsächlich auf den Britischen Inseln und in der französischen Bretagne auf dem europäischen Festland gesprochen.

Walisisch

Walisisch (auch Kymrisch; Eigenbezeichnung Cymraeg [kəmˈrɑːɨɡ] (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) oder – mit Artikel – y Gymraeg [ə ɡəmˈrɑːɨɡ]; englisch Welsh) ist eine keltische Sprache und bildet zusammen mit dem Bretonischen und dem Kornischen die britannische Untergruppe der keltischen Sprachen; sie ist mithin eine sogenannte p-keltische Sprache. Sie wird in Wales von etwa 750.000 Menschen gesprochen. Damit hat sie die meisten muttersprachlichen Sprecher unter den keltischen Sprachen. In Wales ist sie, neben dem Englischen, Amtssprache und Schulsprache. Es gibt zwei Hauptdialekte, einen nördlichen und einen südlichen.

Bretonisch

Das Bretonische (breton. Brezhoneg) ist eine keltische Sprache. Es gehört wie zum Beispiel das Walisische und das Kornische zur Untergruppe der britannischen Sprachen. Bretonisch wird in der Bretagne von den britophonen Bretonen gesprochen und ist damit die einzige moderne keltische Sprache, die auf dem europäischen Festland verbreitet ist. Hauptverbreitungsgebiet sind das Département Finistère (Penn ar Bed) und der jeweils westliche Teil der Départements Côtes-d’Armor (Aodoù-an-Arvor) und Morbihan (Mor-bihan).

Kornisch

Die kornische Sprache (auch Kornisch; neukornisch: Kernewek, Kernowek oder Kernuak) ist eine dem Walisischen und Bretonischen nahe verwandte keltische Sprache, die bis ins späte 18. Jahrhundert in Cornwall gesprochen und im 20. Jahrhundert wiederbelebt wurde. Der Name der Sprache Kernowek bzw. Kernewek (britann. kornobika) leitet sich, wie auch der Landesname, von den spätantiken Bewohnern Cornwalls, den Cornovii, ab.

Das heutige „Neokornisch“ ist eine Rekonstruktion der ausgestorbenen Sprache mit Hilfe der Überlieferungen und schriftlichen Zeugnisse, aus denen ein großer Teil des neokornischen Lexikons (70 %) rekonstruiert wurde. Da das erhaltene mittelkornische Korpus wesentlich umfangreicher ist als das des Spätkornischen, entstammen ihm auch die meisten Wörter. Auch innerhalb des traditionellen Wortschatzes finden sich nicht nur die britannischen Erbwörter, sondern je etwa zehn Prozent Lehnwörter aus dem Vulgärlateinischen bzw. aus dem Englischen. Ein bedeutender Teil (25 %) des neokornischen Wortschatzes wurde den verwandten Sprachen Kymrisch und Bretonisch entlehnt bzw. entsprechend konstruiert. Fünf Prozent kommen aus dem Englischen, daneben existieren auch kornische Entlehnungen internationaler Termini v. a. lateinischen und griechischen Ursprungs.