Video: “Römer & Kelten” beim 17. Grabungsfest im “Vicus Wareswald”

Im Vicus Wareswald bei Tholey trafen sich zum 17. Mal Römer, Kelten, Handwerker, Kaufleute und Schaulustige um sich gemeinsam beim Grabungsfest auf eine Zeitreise in die Vergangenheit zu begeben.

Hintergundinformation

Als Vicus Wareswald wird ein auf den Gemarkungen der Gemeinden Oberthal, Marpingen und Tholey im Landkreis St. Wendel im nördlichen Saarland gelegener römischer Siedlungsrest (Vicus) bezeichnet. Hier finden seit dem Jahr 2001 umfangreiche Ausgrabungen statt, die zum Ziel haben, Aussehen, Struktur und Chronologie der Siedlung zu klären.

Die Siedlung hat ihren Ursprung in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. am Kreuzungspunkt zweier stark frequentierter Straßen aus römischer Zeit. Eine Verbindung lief von Straßburg über den römischen Vicus in Schwarzenacker (Stadt Homburg) nach Trier, die zweite kam von Metz über Dillingen-Pachten, das antike Contiomagus, durch den Vicus im Wareswald bis nach Mainz. Die Siedlung lag in der römischen Provinz Germania superior im südöstlichen Grenzgebiet der civitas der Treverer zur civitas der Mediomatriker, jedoch noch auf treverischem Gebiet. Viele Reisende nutzten die Straßen und schufen, so das gängige Erklärungsmodell zur Genese, eine Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, die von sich hier ansiedelnden Händlern und Handwerkern befriedigt wurde. Möglicherweise folgte der Straßenzug einer eisenzeitlichen Handelsroute, da geringe Reste einer keltischen Vorgängersiedlung beobachtet werden konnten, belegt durch Funde aus der Spätlatènezeit.