Sensationelle Entdeckung: Die Kelten aßen Grünkern

Grünkern (auch Grünkorn) ist das Korn des Dinkels, das halbreif geerntet und unmittelbar darauf künstlich getrocknet wird. Ursprünglich wurde der Dinkel als Reaktion auf Schlechtwetterperioden, welche die Ernte vernichteten, vor der Reife (in der sogenannten „Teigreife“ mit ca. 50 % Kornfeuchte) geerntet. Da die getrockneten Kerne – mit Wasser gekocht – wohlschmeckend waren, entwickelte sich die Tradition, einen Teil des Dinkels bereits als grünes Korn zu ernten.

Die Geschichte des Grünkerns konnte bislang nur bis in das 17. Jahrhundert unserer Zeit zurückverfolgt werden, doch ein Fund in der Keltensiedlung von Eberdingen-Hochdorf (Kreis Ludwigsburg) änderte nun alles. Dort fanden Archäologen der Universität Hohenheim nun das verkohlte Korn. Es ist der älteste bekannte Grünkernfund der bislang gefunden wurde.

Die Archäologen vermuten nun, dass die Kelten bereits im 5. Jahrhundert vor Christus in der Not auf das Grünkorn zurückgriffen haben. Grünkorn ist im Prinzip nichts anderes ist als unreif geernteter und über Buchenholzfeuern getrockneter Dinkel. “Es ist zum Beispiel möglich, dass sich das Klima verschlechtert hat”, erklärten die Archäologen. “Da droht das Getreide auf den Feldern kaputt zu gehen, wenn man es nicht früh erntet.”