Oppidum am Staffelberg: Vermessung am keltischen Zangentor

Zangentor wird bei einer Befestigungsanlage ein Tor genannt, das zwischen nach innen schwenkenden Außenmauern tief eingebettet ist. Ankömmlinge mussten sich dem Tor durch den auf diese Weise entstehenden Hohlweg nähern und konnten beidseitig von der Mauer aus abgewehrt – in die Zange genommen – werden. Zangentore sind schon für urnenfelderzeitliche und keltische Befestigungen in Mitteleuropa sowie frühmittelalterliche Wallanlagen nachgewiesen, waren aber bis in das hohe Mittelalter gebräuchlich.

Auf Wunsch des Landkreises Lichtenfels verdichtete das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) seine Kenntnisse vom keltischen Oppidum am Staffelberg. Nach einem Vorgespräch des Landrats Christian Meißner mit dem Abteilungsleiter für Bodendenkmäler in Bayern, Prof. Dr. C. Sebastian Sommer aus München und dem zuständigen Gebietsreferenten aus Seehof, Dr. Andreas Büttner, unter Beteiligung des Bezirksheimatpflegers, Prof. Dr. Günter Dippold, erklärte sich das Landesamt für Denkmalpflege eine Detailvermessung des keltischen Zangentores am Staffelberg vorzunehmen.

Aus Regensburg angereist ist hierfür Dipl.-Ing. Hermann Kerscher der mithilfe eines Mitarbeiters aus Seehof in zwei Tagen die notwendigen Arbeiten erledigte. Herr Kerscher hat die neue Vermessung mit den bisher bekannten Unterlagen aus den 50er Jahren sowie den modernen Methoden des Airborne Laserscan überlagert.

Damit soll eine möglichst genaue Darstellung der Torsituation in die keltische Stadt gelingen. Da dies der ausdrückliche Wunsch des Landrats Christian Meißner war, hat er sich vor Ort von den Arbeiten ein Bild gemacht und sich den bisher bekannten Sachverhalt vom fachkundigen Personal des BLfD erläutern lassen. In Zukunft soll im Zusammenhang mit den bereits bestehenden Keltenwegen die Möglichkeit bestehen, der Bevölkerung die eisenzeitliche Toranlage in die keltische Stadt am Staffelberg nach den neuesten Methoden der Wissenschaft vorzustellen.