Noreia, norische Göttin oder römische Erfindung?

Die keltische Götterwelt ist generell schwer zu fassen, doch besonders was den Ostalpenraum betrifft, ergeben sich diesbezüglich noch einmal eigene Schwierigkeiten. Speziell dann, wenn es um die norische Göttin Noreia geht.

In Noricum wurde eine Göttin verehrt, welche den Namen Noreia getragen hat. Doch über ihr Wesen ist sich die Forschung alles andere als einig. Im 19. und 20. Jahrhundert galt Noreia als das Epitheton einer vorrömischen, möglicherweise keltischen Muttergöttin. Doch der Name Noreia (NOREIAE) ist uns jedoch vor allem aus Weiheinschriften der römischen Kaiserzeit überliefert.

Was Norikum und Noreia Heiligtümer betrifft, sei angemerkt, dass außerhalb des Heiligtums von Hohenstein kein weiteres Noreiaheiligtum archäologisch belegt ist. Weder auf dem Magdalensberg noch auf dem Ulrichsberg oder auf dem Frauenberg gab es ein Noreia-Heiligtum. Speziell das Heiligtum auf dem Frauenberg/Steiermark wird oft als Isis-Noreia Heiligtum bezeichnet, doch dies ist ein Irrtum. Hierzu Dr. Bernhard Schrettele vom Museum Frauenberg: ″Der wichtige Tempel am Frauenberg, der in der Zeit des Vespasian gebaut wurde, war der Göttin Isis geweiht.″ Das Isis-Heiligtum auf dem Frauenberg stammt also aus der Zeit zwischen 69 und 79 unserer Zeit.

Da eine genaue Etymologie des Namens Noreia bis heute noch nicht gelungen ist, hat die Archäologie mit den Weiheinschriften die an Noreia gerichtet sind ein Problem; Denn unter den Verehrern der Noreia finden sich, zumindest in den ihr gewidmeten Weiheinschriften, keine Privatpersonen und niemand, der in irgendeiner Weise vom Namen her als einheimischer Noriker zu bezeichnen wäre. Das veranlasste nun einige Archäologen zu der Annahme, in Noreia eher eine römische Neuschöpfung zu sehen und keine vorrömische Göttin. Doch so einfach ist das Ganze dann doch nicht.

In der keltischen Welt gab es zweifelsfrei einige Gottheiten, die weit verbreitet gewesen sind, doch heute geht man hauptsächlich davon aus, dass die meisten keltischen Gottheiten begrenzten und lokal gebundenen Kultgemeinschaften angehörten. Denn die Archäologie zeigt sehr deutlich und bestätigt dies auch, dass die meisten bekannten Götternamen auf kleine geografische Räume begrenzt gewesen sind. Hierzu könnte auch Noreia eingeordnet werden, obwohl es keinen Beleg dafür gibt, dass es sich bei Noreia um eine Art Muttergöttin gehandelt hat. Belege für die Göttin Noreia gibt es vor allem in Slowenien, Kärnten und Passau, allerdings stammen die meisten Belege aus der römischen Okkupationszeit. Das Noreia aber eine rein römische Erfindung gewesen sein könnte, ist aber eher unwahrscheinlich, denn die Römer waren ja keine Religionsstifter.

Archäologisch eindeutig zu fassen ist, dass der Typus von Muttergottheiten im gesamten Celticum verbreitet war. Vor allem in den keltisch besiedelten Gebieten des römischen Reiches sind vom 2. bis zum 4. Jahrhundert unserer Zeit über 1000 entsprechende Funde belegt und registriert. Diese Göttinnen sind alte Fruchtbarkeits-, Heil- und Lokalgottheiten, die vermutlich bereits in vorkeltischer, eventuell schon in vorindoeuropäischer Zeit ihren Ursprung gehabt haben könnten. So verknüpft zum Beispiel auch P. Gleirscher die Göttin Noreia mit den Muttergöttinnen der Eisenzeit, die wohl ihren Ursprung im Vorderen Orient gehabt haben.

Auch H. Kenner zeichnete von Noreia das Bild einer vorgeschichtlichen Muttergöttin, welche mit Fruchtbarkeit, Schutz und Heilsfunktion sowie mit einem chthonischen Aspekt ausgestattet gewesen ist und Merkmale mehrerer Göttinnen in sich vereinigte, zum Beispiel verschiedene Aspekte von Minerva, Kybele, Fortuna und Isis. Zudem sah H. Kenner in Noreia auch die Herrin des Wassers sowie als Stadt-, Stammes- und Landesgöttin mit durchaus wehrhaftem Charakter.

Neben P. Gleirscher und H. Kenner haben sich auch P. Scherer und M. Heinzmann ausführlich mit dem Wesen und dem Charakter der Göttin Noreia auseinandergesetzt. P. Scherer sah früher in Noreia eine zur Provinzpersonifikation umgestaltete Schutzgöttin des Stammes der Norici, sowie als Tyche der gleichnamigen Stadt Noreia und des gesamten Königreich Norikum (Regnum Noricum). Eine Tyche war in der griechischen Mythologie die Göttin des Schicksals, der glücklichen (oder bösen) Fügung und des Zufalls.

Doch heute distanziert sich P. Scherer von seiner ursprünglichen Meinung. Er begründet diese Kehrtwendung mit den Weiheinschriften für Noreia. Diese wurden ja speziell von Vertretern der römischen Zentrale gestiftet. Schließlich führte ihm dieser Umstand zu der Annahme, dass Noreia nichts anderes gewesen ist, als eine vergöttlichte Provinzpersonifikation im Sinne einer römischen Integrationsfigur für Noricum, aber ohne prähistorische Wurzeln.

Zweifelsfrei spielte Noreia zumindest noch am Beginn der römischen Okkupationszeit anscheinend eine große oder wichtige Rolle, denn anders kann man sich diese Weiheinschriften wohl nicht erklären. Doch die Göttin Noreia wurde mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Dieser Aspekt ist in den Betrachtungen äußerst wichtig, denn dieser Umstand spricht eher gegen eine römische Erfindung.

Das es jedoch keine einzige keltische bzw. norische Weiheinschrift an Noreia gibt, könnte speziell folgende Gründe haben. Zum einen muss man erwähnen, dass man bisher nur zwei Fragmente mit norischen Schriftzeichen gefunden hat, eine in Slowenien und eine in Kärnten. Zum anderen könnte es aber auch durchaus so gewesen sein, dass die norischen Kelten Noreia auf eine ganz andere Art verehrt haben als die Römer oder die romanisierten Noriker. Ihr also nicht unbedingt Weiheinschriften stifteten. Doch man kann oder muss auch in Betracht ziehen, dass sich hinter diesen römischen Namen der Noreia-Verehrer gebürtige Noriker verbergen, die einfach mit ihrem sozialen Aufstieg im neuen römischen Staatssystem ihren keltischen bzw. norischen Namen abgelegt haben und einen römischen Namen angenommen haben. Dies war durchaus gängige Praxis und wird durch andere kelto-römische Steininschriften deutlich belegt.

Die Annahme Noreia sei eine römische Erfindung, die in ihrem Charakter die römische Provinz Noricum verkörpert, ist speziell aber auch noch aus einem weiteren Grund eher unwahrscheinlich. Denn es gab ja neben Noreia schließlich den Genius Noricorum. Er war das personifizierte römische Norikum (Provinz Norikum). Der Genius Noricorum ist zum Beispiel auf der Rückseite eines Sesterzes abgebildet. Der Sesterz – lateinisch: sestertius, Plural sestertii – war Münze und Hauptrecheneinheit (monetär) in der römischen Republik und Kaiserzeit bis zum Kaiser Diokletian.

Das Bild zeigt in etwa folgendes: Dem Kaiser Hadrian wird die männliche weihrauchopfernde Personifikation (Genius Noricorum) gegenübergestellt. Das Bild und die Legende adventui Aug(usti) Norici bedeuten in der kaiserlichen Propaganda, dass der norische Landtag (concilium Norici) dem Kaiser seine Loyalität bekundete. Wozu bräuchte man also noch eine weibliche Personifikation der Provinz Norikum? Und warum müsste man diese dann mit Isis gleichsetzen? Dies wäre vollkommen unnötig und unlogisch zugleich.

Links: Kaiser Hadrian – Rechts: Genius Noricorum

Besonders auch der Umstand, dass man den Namen NOREIA ISIS (NOREIAE ISIDI) findet, wenn auch nur auf 2 Weiheinschriften, könnte ein Beleg dafür sein, dass es sich bei Noreia wahrscheinlich wirklich um eine vorrömische Göttin handelt. Denn die Römer erfanden für die unterworfenen Völker in der Regel keine neuen Götter, sondern sie verglichen die Götter der unterworfenen Völker mit ihren eigenen Gottheiten und setzten diese dann mit ihren Gottheiten gleich (Interpretatio Romana). Die einheimischen Götter bekamen in der Regel einen zusätzlichen römischen Namen, so zum Beispiel Mars-Latobius. Latobius, auch Latovius ist der Name einer keltischen Gottheit, die auf einigen Inschriften aus der römischen Provinz Noricum genannt wird. In der Interpretatio Romana wird er meist mit Mars gleichgesetzt und als Mars Latobius angerufen. So betrachtet macht es durchaus Sinn, wenn man auch die Hauptgöttin der Noriker mit Isis gleichsetzt. Speziell dann, wenn es sich dabei um eine Gottheit handelt die hauptsächlich von der adeligen Bevölkerungsschicht verehrt worden ist, also von der norischen Aristokratie und Kriegerelite.

M. Heinzmann ist der Meinung, dass Noreia vermutlich lange Zeit alleinige Schutzpatronin der norischen Stammesgemeinde und des Adels gewesen ist und schließlich durch Angleichung mit der das römische Kaiserhaus repräsentierenden Isis eine weitere Schutzfunktion erhalten hat.

In diesem Zusammenhang ist auch die Bezeichnung ″Noreia Augusta″ interessant und aufschlussreich. Denn der Beiname Augusta, in wörtlicher Übersetzung ″die Erhabene″, könnte sich auch auf den römischen Kaiser beziehen. Der Ehrenname Augustus (lateinisch für „der Erhabene“) wurde 27 vor unserer Zeit erstmals Gaius Octavian (Kaiser Augustus), dem Begründer des Prinzipats, verliehen und war – wie auch der Titel Caesar – im Römischen und frühen Byzantinischen Reich bis Anfang des 7. Jahrhunderts Bestandteil der Kaiser-Titulatur. Das Gegenstück ist die Ehrenbezeichnung Augusta, mit der Ehefrauen oder nahe weibliche Verwandte römischer Kaiser ausgezeichnet wurden. Mit Noreia Augusta könnte man also so gesehen eine Verbindung von Noreia zum römischen Kaiserkult hergestellt haben.

An dieser Stelle muss man auch noch den Stadtnamen Noreia anführen. Noreia war ein antiker Ort im östlichen Alpenraum. Julius Caesar vermittelte den Eindruck, dass Noreia die Hauptstadt des Königreichs Noricum (Regnum Norikum) gewesen sei. Der griechische Geschichtsschreiber Strabo (63 vor unserer Zeit bis 23 nach unserer Zeit) und über ein Jahrhundert später auch Appian von Alexandria berichten, dass im Jahre 113 vor unserer Zeit Kimbern und Teutonen über ein römisches Heer unter dem Konsul Cn. Papirius Carbo in der Schlacht „bei Noreia“ siegten. Die Stadt Noreia wurde später von Plinius dem Älteren (gestorben im Jahre 79 unserer Zeit) zu den untergegangenen Städten des Abendlandes gerechnet.

Eine der ältesten Nennungen einer Stadt Noreia stammt von Sempronius Asellio (158 vor unserer Zeit bis 91 vor unserer Zeit). Auffällig in diesem Text ist die Bezeichnung ″urbe″ für die Stadt Noreia. Urbs bzw. urbis bedeutet soviel wie ″(große) Stadt; (Haupt-) Stadt″.

“Norica castella dixit ab urbe Noreia, quae est in Gallia, ut Asellio historiarum non ignarus docet.”

Sempronius Asellio lokalisierte die Stadt Noreia aber in Gallien. Die Quelle, aus der Asellio die Angabe übernahm, Noreia liege in Gallien, muss also geschrieben worden sein, ehe der Kimbernkrieg 113 vor unserer Zeit mit der Schlacht bei Noreia begann. Denn die Römer gebrauchten bereits gegen 120 vor unserer Zeit den Landesnamen Norikum und bezeichneten schon vor 113 vor unserer Zeit alle Bewohner des norischen Königreichs als Noriker. Ob jedoch Sempronius Asellio die Stadt Noreia selbst besucht hat, muss an dieser Stelle offen bleiben. Es könnte nämlich auch sein, dass Sempronius Asellio seinen Bericht über die Stadt Noreia von Polybius (um 200 v.u.Z. bis um 120 v.u.Z.), der Noreia wirklich besuchte, abgeschrieben und modifiziert hat.

Jedenfalls erkennen wir daran eindeutig, dass es sich bei dem Namen ″Noreia″ um einen keltischen bzw. norischen Begriff handeln muss, denn er erscheint schon lange vor der Okkupation Norikums durch die Römer im Jahre 15 vor unserer Zeit. Zudem ist es auch eher unwahrscheinlich, dass die Römer namensgebend für eine norische Hauptstadt waren oder nach der Okkupation von Norikum im Jahre 15 vor unserer Zeit eine Göttin stifteten, die den Namen einer längst untergegangenen norischen Hauptstadt trägt. Die Herkunft des Namens Noreia muss also so gesehen im norischen bzw. im vorrömischen Bereich zu finden sein.

Die Frage nach der Etymologie des Namens Noreia ist schwierig. Dennoch könnten wir eventuell einen Hinweis auf dessen Bedeutung in dem Namen Nora, Kurzform von Eleonore, finden. Der Name ″Nora″, irisch Honora, bedeutet im Irischen soviel wie “Ehre”. Betrachtet man die keltischen Mythen, so erkennt man, dass im keltischen Gesellschaftsleben Mut und Ehre eine sehr große Rolle gespielt haben. Daraus würde sich ″die Ehrenvolle″ als Name der Göttin anbieten und als Bezeichnung für den Stamm der Noriker wäre die Bedeutung dann die ″Ehrenvollen″.

Dennoch bleibt die Silbe NOR geheimnisvoll: Die Mythologie berichtet von einer NORAX – einem Sohn des Hermes und der Erytheia (“die von der roten Insel“) – gegründeten Stadt auf Sardinien, Nora, die im Süden der Insel lag, wo sich ein ergiebiges Bergbaugebiet befand / befindet: Es ist dies die sardinische Hauptstadt. Nora ist speziell durch ihren Eisenbergbau berühmt geworden.

Im Kärntner Ort Nöring bei Eisentratten (!), ehemals Noringia genannt, wurde zur Römerzeit Eisenerz abgebaut. Kranzmayer (Kärntner Ortsnamensbuch) übersetzt Noringia aus slawisch Norice mit “Grubendorf, Grubengegend“. Denn in der slowenischen Sprache bedeutet heute Nora immer noch Grube.

Im der indoeuropäischen Sprache bedeutet die Silbe NOR – NYR “unten, Grube“, und bezeichnet das Grubenwesen und den Bergbau.

Das führt uns auch nach Noryke = Norwegen.

Nura – Nora – Nuraghe bedeutet auf Messopotamisch soviel wie ″künstliche Höhlen″. Auch die unterirdischen Wohnhöhlen in Petra werden so genannt.

Doch die Silbe *nor finden wir auch bei den drei germanischen Schicksalsfrauen, den drei Nornen. Die Nornen (altnordisch NORNIR) sind in der nordischen Mythologie schicksalsbestimmende weibliche Wesen, von denen einige von Göttern, andere von Zwergen oder Elfen abstammen sollen.

Einen weiteren Versuch, sich der Etymologie des Namens Noreia anzunähern, hat P. Gleirscher unternommen. Er verwies darauf, dass man das seiner Meinung nach vorkeltische Wort Noreia, unter anderem mit der indoeuropäischen Wurzel *ner- in Verbindung bringen kann. Das würde soviel bedeuten wie ″(magische) Lebenskraft. Seiner Meinung nach würde daraus schließend das Anrufwort Noreia soviel bedeuten wie: ″Oh, Du (magische) Lebenskraft Spendende″. Zudem hat P. Gleirscher darauf hingewiesen, dass man den Wortstamm *nor / *ner auch im Namen der germanischen Göttin Nerthus findet. Zudem hielt er fest, dass das Suffix -eia auch in verschiedenen Ortsnamen auftaucht. Zum Beispiel in den Ortsnamen Aquileia oder Celeia. Beide Orte waren damals Teil des norischen Hoheitsgebietes.

Zurück zur Silbe nor. Sie finden wir natürlich auch im Stammesnamen Norici (Noriker). Diesbezüglich ist die etymologische Herleitung des Namens Norici von Bernado Sempel sehr überzeugend. Er führt den keltischen Namen Norici auf die Bedeutung “Der tatkräftige, starke und mutige” zurück. Zuletzt wurde also in der Sprachwissenschaft sehr deutlich herausgearbeitet, dass wir hier wirklich einen keltischen Namen vor uns haben, der vor allem Kraft und Stärke zum Ausdruck bringt. Also ein Name den man sich gibt, um entsprechend als Volk oder Krieger, auch repräsentativ aufzutreten. Die Göttin Noreia wäre demnach eine Schutzgottheit mit elitär-kriegerischem Aspekt, was auch ihr zurücktreten in römischer Zeit erklärt. Aber ob die Göttin Noreia wirklich aus diesem Stammesnamen abgeleitet ist, als Schutzgottheit beziehungsweise Stammesgottheit oder schon vorher existierte und ihren Namen dann gab um den Stamm zu benennen, dass wissen wir jedoch nicht.

Was wir jedoch wissen ist, dass die vorrömische Gottheit Noreia nur im Norden Sloweniens belegt ist. Von dort gibt es eine Inschrift welche aus der Zeit der ausgehenden Republik stammt, also noch in das erste Jahrhundert vor unserer Zeit gehört. In diesem Fall können wir auf eine solche autochthone Gottheit zurückschließen, welche mit dem Stammesnamen der Noricoi (griechisch) oder Norici (lateinisch) verbunden ist.

Doch mit der romanisierten Isis-Noreia haben wir es mit einer Gottheit zu tun, die schon vollkommen romanisiert ist und mit römischen Gottheiten oder sogar mit Isis, also einer mediterranen, ägyptischen Gottheit, gleichgesetzt wurde. Das hat natürlich mit einer vorrömischen Gottheit Noreia gar nichts mehr zu tun. Man kann durchaus sagen, dass der vorrömischen Göttin Noreia alle Stärken und kriegerischen Attribute von den Römern weggenommen worden sind, sie sozusagen aller ihrer wehrhaften Aspekte beraubt wurde. Denn eine starke, wehrhafte und kriegerische keltische Göttin passte einfach nicht in die unterworfene Provinz Norikum. Denn dies hätte für die Römer sicherlich politische und soziale Folgen gehabt. So wurde schließlich aus einer starken norischen Göttin, die einen ausgeprägten kriegerischen Aspekt hatte, eine harmlose Muttergöttin. Dies ist der einzige Verdienst der Römer, doch mit einer vollkommenen römischen Neuschöpfung oder römischen Erfindung hat dies jedoch nichts zu tun.

Noreia, Königin von Noricum;
Du warst von Anfang an die Schutzheilige von unserem Stamm und unserem Land.
Obwohl man Deinen Namen später hat verbannt,
konntest du als ISIS und schließlich als Maria weiterleben
und bis heute bestehen.
Doch jetzt wird es Zeit,
dass wir Dir wieder Deinen alten Namen geben:
NOREIA – Schutzheilige von unserem Stamm und unserem Land.