Leseprobe: Volk des Lichts

Im Folgenden eine Leseprobe des Buches “Volk des Lichts” von Eire Rautenberg.

Woher kamen die ältesten Vorfahren der Deutschen? Was heißt eigentlich “deutsch”? Welche Ahnenkulte übertrugen sie in die europäischen Überlieferungen? Wo lagen die zentralen Heiligtümer des dreiblättrigen Ahnengottes? Diesen Fragen, die uns zurück führen zu den Paradiesflüssen einer legendären zentralasiatischen Heimat, geht die Autorin unbefangen nach.

1.3. Namensforschung: Kelten, Germanen

Wenn im Text der Begriff „keltogermanisch” verwendet wird, so handelt es sich um umgangssprachliche Redewendungen für jene Phänomene, die in der Fachsprache als keltisch-germanische Kontaktzone bezeichnet werden! Es ist wichtig, das klarzustellen, da „keltogermanisch“ auch von Rassentheoretikern verwendet wurde (Houston Stewart Chamberlain). Mir geht es um Bewusstwerdung obiger sprachlicher und räumlicher Kontaktzonen bzw. der vielen Vermischungen zwischen Germanen und Kelten. Um 80 v. Chr. berichtet der griechische Geschichtsschreiber Poseidonius von Apameia über einen kleinen Stamm am Rhein, der angeblich wilder sei als die gallischen Kelten: Diese Menschen würden zum „Frühstück gebratenes Fleisch genießen und gern dazu ungemischten Wein und Milch trinken“.

Der Grieche Poseidonius benennt die beschriebene Gruppe als >germanoi< und verwendet damit als erster Historiker den Germanen-Begriff in der antiken Welt. Bei dem Stamm handelte es sich jedoch um lupenreine >celtoi< (= Kelten), die am Rhein und östlich davon die Zusatz-Bezeichnung >germanoi<, offiziell >celtoi germanoi<, erhielten! Später wurde daraus eine Verkürzung zu >germanoi<. Der Name >Germanen< wurde bisher aus verschiedenen Sprachen abgeleitet: Hebräisch, Ligurisch, Latein, Keltisch, Germanisch, Venetisch, Illyrisch und Alteuropäisch (5). Die Frage nach dem Ursprung ist daher zurzeit von den Historikern nicht zu beantworten. Immerhin hat sich die Sprachwissenschaft darauf geeinigt, dass der Germanen-Name sowohl nichtgermanischer als auch nichtlateinischer Herkunft ist und daher seine Bedeutung dunkel bleibt. Betrachtet man die angeblich nichtgermanische Herkunft, dann könnten wir nur der lateinischen Herkunft zustimmen.

Wir reden einerseits von den Silben -ger und -man und andererseits von der Silbe -celt, denn das „oi“ als Zusatz bei vielen Stämmen hat keine namentliche Bedeutung. Möglich ist, -ger auf irisch-gälisch -gri, -gra zurückzuführen, was „Sonne“ (grian, g(e)rannos) bedeuten würde. Die Silbe -man(i) weist auf den „Mond“, der als göttlicher Ahne mit dem Namen >Mani< (= Mann im Mond) bei germanischen Stämmen verehrt wurde. In dieser Interpretation wären die Ger-Manen ein Volk aus Sonne-und-Mond-Verehrern, hätten also ursprünglich ein luni-solares Weltbild gehabt, wie Tausende von Jahren zuvor die Einwanderer der Sonnenobservatorien (z. B. Goseck) aus dem Südosten. Andere Übersetzungen der Silben -man, -men, -min bedeuten schlicht „Mensch(heit)“. Die übliche Interpretation der Silbe -ger als „Speer“ oder auch als „Keim, der fruchtbar aus der Erde wächst“ kann ebenfalls sinnvoll erscheinen, denn der Speer oder Stab ist in der mitteleuropäischen Magie eine Waffe der Sonnenkräfte bzw. der Keim deutet auf Mondkräfte.

Die Celtoi (Kelten) übersetzte man früher mit „die Verhüllten, Verborgenen“, was möglicherweise mit ihren Kapuzenmänteln in Zusammenhang stehen könnte; oder mit verborgenen, nicht offensichtlichen Kräften, für die sie von anderen Völkern gefürchtet wurden.

Zu bestellen bei:
https://www.amazon.de/Volk-Lichts-Herkunft-deutsche-Ahnengott/dp/374500714X/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=Eire+Rautenberg&qid=1581161152&sr=8-2