Leseprobe: Die Deltagöttin-Kultur

Im Folgenden eine Leseprobe des Buches “Die Deltagöttin-Kultur” von Eire Rautenberg.

Mit der großen Sintflut im Schwarzen Meer versank die Deltagöttin-Kultur! Die Erinnerung daran findet sich in Platons Bericht von Atlantis. Das vorliegende Buch eröffnet in der Diskussion eine neue theoretische Herangehensweise und frische Leseblicke auf Götter und Helden, die sich als einst existierende Ahnen der alteuropäisch-indogermanischen Zivilisationen entpuppen.Woher kamen jene Menschen, die als Vorfahren der Deutschen gelten? Was für einen Ahnenkult übertrugen sie in die Überlieferungen Deutschlands?Die Autorin verwebt Mythologien und antike Quellenaussagen mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Prolog

Das Denken und Fühlen antiker und vorantiker Gesellschaften unterscheidet sich grundsätzlich und maßgeblich vom Denken und Fühlen der Moderne. Obwohl das klar und anerkannt ist, findet dieser Umstand oft zu wenig Beachtung in modernen wissenschaftlichen Interpretationen. Sachverstand ist der Bruder des Märchens. Vielleicht entsteht dem entsprechend ein neues Bild der legendären Geschichten und wir kommen dem Wahrheitsgehalt ein Quantum näher. Als freie Journalistin und geschichtlich interessierte Autorin würde ich mir wünschen, dass einiges von den entsprechenden Fachleuten neu überdacht wird. Auch scheint es in manchen Fachkreisen ein Tabu zu sein, sich bei der Herkunft der Germanen nicht auf das Skandinavische zu beziehen. Einerseits kann man als Autor auf wissenschaftliche Schubladen stoßen, andererseits wird man unausweichlich mit der destruktiven Ideologie der deutschen Nationalsozialisten des letzten Jahrhunderts konfrontiert, die obskure Forschungen hinsichtlich unserer Ahnen betrieben.

Einen elitären Anspruch soll und darf man aus meinem Text nicht ableiten. Viele Völker der menschlichen Geschichte haben elitäre Ansprüche geltend gemacht. Letztlich entstammen alle Menschen der gemeinsamen Wurzel, das macht uns alle gleich! Bisher galt Afrika als der Ursprungsort menschlicher Entwicklung. Aktuell hegen Forscher Zweifel daran: Knochenfunde in Griechenland und Bulgarien deuten darauf hin, dass der älteste Vormensch aus der Gattung Homo von hier stammt, aus Ur-Europa. Aber auch neuere Funde aus Südafrika machen die Suche nach unseren Vorfahren weiter spannend. Zudem wird jetzt die Ur-Kultur auf europäischem Boden älter als die mesopotamisch-babylonische eingeschätzt, welche bisher als Maßstab aller seriösen Aussagen propagiert wurde. Wir stehen meiner Meinung nach kurz vor der Anerkennung (vor-indo-)germanischer Ursprünge.

Es ist gut zu wissen, wer wir waren und woher wir gekommen sind, um besser zu verstehen, wer wir sind.

Schwerte an der Ruhr, Juni 2017

1. Das Alte Wasserland
Die erste und zweite Deltagöttin-Kultur

Die erste >Deltagöttin-Kultur<, die ich selbst so nenne, weil der Begriff >Atlantis< esoterisch belastet ist und weil ich >Deltagöttin-Kultur< viel treffender finde, existierte vermutlich ab 10.500 – ca. 5.500 v. Chr., rund um das umfassende Großgebiet des Schwarzen Meeres, einschließlich der jetzt überall überfluteten Küsten.

Nach wissenschaftlicher Einschätzung endete die letzte Kaltzeit etwa 10.500 – 8.000 v. Chr., und die Solon-Notiz bezieht sich dem entsprechend auf eine neue Kulturphase der Menschheit, die endlich wieder Wärme brachte.

Es ist möglich, dass die ursprüngliche, erste >Deltagöttin-Kultur< im obigen Zeitrahmen mit der klimatischen Umstellung auf die Warmzeit gänzlich vom Erdboden verschwand und nachfolgend eine zweite, die sich dann vom untergegangenen Zentrum ausbreitete, enorme Fluchtbewegungen der Bevölkerung in die umliegenden Festländer und von dort Völkerwanderungen der Überlebenden nach allen Himmelsrichtungen ausgelöst hat. Eine Vorliebe für fruchtbare Meeresarme, Flüsse und Seengebiete hätten die vielen Vertriebenen kulturell entsprechend mitgenommen und die Erinnerungen durch Mythen und Symbole der Meeres- und Flussgötter, verwandtnamentliche Bezeichnungen usw. an bedeutende Nachfahren weitergegeben.

Nach der Chronologie im byzantinischen Reich bzw. im griechisch-byzantinischen Kalender wurde das Jahr 5.509 v. Chr. als christliches Schöpfungsjahr errechnet und durch das >Chronicon Paschale< (frühes 7. Jahrhundert n. Chr.) kanonisiert. Das umfangreiche Werk stellt eine Weltchronik (282) von Adam bis ins Jahr 630 n. Chr. dar, der man natürlich nicht detailliert Glauben schenken darf (283). Es mutet seltsam an, dass die Erschaffung der Welt auf den 21. März 5.509 v. Chr. datiert wird (284). Das Datum ist insofern interessant, weil eine der hier nachfolgend erwähnten Überflutungstheorien bezüglich des Schwarzen Meeres relativ exakt mit dem Zeitraum übereinstimmt.

Wie kann man den Mythos des versunkenen Wasserlandes umkreisen, so dass reale Anhaltspunkte sichtbar werden? Hier wird ein weiterer Versuch unternommen, die 560 v. Chr. vom Griechen Solon abgefasste >Atlantis-Notiz< einzuordnen, die von Platon auf eine Vorzeit von „10.000 Jahre vor Solon“ datiert wurde.

1994 wurde ein deutscher Forscher in Südostanatolien auf einen buckligen Hügel aufmerksam. Schon um 9.500 – 9.000 v. Chr. soll mit dem Bau der dortigen Monumente begonnen worden sein. Der Hügel wird als religiöse Kultstätte interpretiert, an der jungsteinzeitliche Riten stattfanden. >Göbekli Tepe< ist unglaublich alt. Fünf Meter hohe T-förmige monolithische Steinpfeiler, geschmückt mit Reliefs und Darstellungen verschiedener Tiere, kamen bei den Grabungen zum Vorschein. Die Tierdarstellungen weisen auf eine totemartige bzw. schamanische Anbetung der Mitgeschöpfe. Die Steinpfeiler in Taukreuz-Form (s. hierzu das erste Buch >Volk des Lichts<) stimmen uns nachdenklich, da hier die erste weltgeschichtliche Ansicht der 10000 Jahre später in der keltischen und germanischen Kultur ebenfalls verehrten „T“-Monolithen vorkommt. Archäologische Untersuchungen der letzten Jahre lassen darauf schließen, dass der Tempel auf den sehr hellen Stern Sirius ausgerichtet war. Der Archäoastronom Giulio Magli von der Polytechnischen Universität Mailand hat festgestellt, dass Sirius auf dieser geografischen Breite Anatoliens bis zum Jahr 9.300 v. Chr. unsichtbar war. Dann machte der Stern plötzlich durch sein helles Funkeln direkt am Horizont auf sich aufmerksam, um langsam höher zu steigen. Magli zufolge habe man hier die Geburt des „neuen Sterns“ begrüßt, der ein Neues Zeitalter für die Welt ankündigte! Um das Ereignis genau zu verfolgen, habe man den Tempel errichtet, der dann zur „Erscheinung“ etwa 9.300 vor Christus entstanden sein muss. Möglicherweise war der Hügel in der Folgezeit der ursprüngliche Ausgangspunkt für die altägyptische Sirius-Verehrung am Nil. Wir wissen nicht wirklich, wann die erste Kultur im Nil-Land ihren Anfang nahm, auch wenn man wissenschaftlich einen Aufzeichnungsbeginn eruierte.

Die ältesten Siedlungsfunde der Menschheit, neben Jericho, liegen ebenfalls im anatolischen Hochland, in Kappadokien (Türkei), genannt >Catalhöyük<. Sie datieren um 7.500 vor Christus. Daran ist alles zu messen, was an kulturellen Errungenschaften nach der Eiszeit weltweit vorhanden ist! Um 5.000 v. Chr. war Catalhöyuk ein Handelszentrum für Obsidian, Feuerstein, Kupfer und Muscheln. Obsidian war ein beliebtes Material für Spiegel, Werkzeuge und Waffen der ältesten bekannten Stadt. Es ist ein vulkanisches Gesteinsglas und entsteht bei rascher Abkühlung von Lava mit Wasseranteilen von drei bis vier Prozent (285).

Zu bestellen bei:
https://www.amazon.de/Die-Deltag%C3%B6ttin-Kultur-Atlantis-Vorfahren-Deutschen/dp/3745014391/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=Eire+Rautenberg&qid=1581161152&sr=8-3