Keltischer Honigmet

Keltischer Honigmet war ein Getränk, dessen Rückstände im sogenannten Fürstengrab von Hochdorf (Mitte 6. Jahrhundert v.u.Z.) vorgefunden wurden.

Der Verstorbene wurde durch seine Grabbeigaben als Gastgeber eines Festgelages inszeniert. Zum Trinkservice gehörten ein Bronzekessel mit Met, eine goldene Schöpfschale und neun Trinkhörner. Es wurde ergänzt durch ein Speiseservice aus neun Bronzetellern, drei Servierbecken und Schlachtgerät. Eingeladen waren also acht Gäste; für jeden Teilnehmer des Gelages wurden etwa 38 Liter Honigmet veranschlagt.

Bronzekessel

Der Met war in einem großen Bronzekessel angesetzt worden, der dem Grabherrn bereits zu Lebzeiten gedient hatte: ein sehr repräsentatives Objekt, das aus dem griechischen Kulturkreis stammte, dort allerdings zur Aufnahme von Wein bestimmt war. Der rundbodige Kessel fasst etwa 500 Liter. Er hatte einen Durchmesser von 104 cm bei einer Höhe von 80 cm. Am oberen Rand sind im Wechsel drei Löwenfiguren und drei Henkel angebracht. Der Kontakt mit Kupfersalzen im Kessel ermöglichte den Nachweis von Met, der unter mitteleuropäischen Klimabedingungen selten möglich ist.

Honig

Vom Met blieb im Kessel ein 8–10 mm dicker Bodensatz, der sehr pollenreich war. Daraus ließ sich auf einen Blütenhonig (Sommerhonig) aus einheimischer Tracht schließen, der allerdings aus einem großen Gebiet und einer Vielzahl von Biotopen zusammengebracht worden war. Die häufigsten Honiglieferanten waren:

Thymian
Sandknöpfchen
Wegerich
Wiesen-Flockenblume
Wundklee.

Auffälligerweise fehlt Salbei, der heute in dieser Region ein wichtiger Lieferant für Blütenhonig ist. Ob der Honig aus Imkerei oder von Wildbienen stammt, lässt sich nicht klären. Da aber für Imkerei bei den frühen Kelten keine Hinweise bekannt sind, ist letzteres anzunehmen. Jedenfalls wurde der Honig sorgfältig ausgepresst oder ausgetropft, um das Wachs vom Honig zu trennen und anderweitig verwenden zu können.

Metbereitung

Die ursprüngliche Honigmenge wird auf 73–292 kg geschätzt.[4] Im Kessel ist der Flüssigkeitsrand der maximalen Befüllung erkennbar.[4] Dem entspricht eine Füllmenge von 350 Litern; so entstünde ein hochwertiger Met aus einer 14- bis 50%igen Honiglösung. Er müsste etwa ein Jahr im Kessel gären. Dann würde er abgezogen und umgefüllt. Im Alkoholgehalt und in seiner Süße wäre das Ergebnis mit einem heutigen Dessertwein vergleichbar gewesen. Die weiteren Schritte der Metbereitung sind aber gar nicht erfolgt, da Pollen noch in großer Menge vorhanden waren. Man hat also im Rahmen des Bestattungsrituals den Met nur angesetzt. (Für die Herstellung von Met in der Art von Bier hätte eine geringere Quantität Honig ausgereicht.)

Weitere Nachweise von Met

In der Folge wurde keltischer Honigmet mehrfach nachgewiesen, immer gekoppelt an das Vorhandensein von bronzenen Gefäßen:

Bronzekessel vom Grabhügel Hohmichele: 20 Liter,
Schnabelkanne vom Glauberg, Grab 1: 4 Liter;
Röhrenkanne vom Glauberg, Grab 2: 8,5 Liter;
Schöpfkelle aus dem Wagengrab von Niedererlbach.

Auch im Fall der Schnabelkanne vom Glauberg war der Honig aus der weiteren Umgebung zusammengebracht worden. Honigmet als Grabbeigabe war üblich, umso mehr hebt sich die Menge des mitgegebenen Getränks beim Fürstengrab von Hochdorf von anderen keltischen Fürstengräbern ab.