Keltische Schmiede im Urgeschichtemuseum MAMUZ Schloss Asparn/Zaya

Das Urgeschichtemuseum MAMUZ Schloss Asparn/Zaya hat eine neue Attraktion, die keltische Schmiede. Ab 1. Juli 2016 ist die Schmiede erlebbar und wird an diesem Wochenende auch gleich im Rahmen der Experimentellen Archäologie das erste Mal in Betrieb genommen.

Schmiedearbeit war Schweißarbeit – die glühenden Kohlen und die immense Kraftaufwendung forderten die Handwerker in der Urgeschichte enorm. Die keltischen Schmiede waren aufgrund ihrer Perfektion die gefragtesten ihrer Zeit in ganz Europa. Im Handwerkerviertel im archäologischen Freigelände des MAMUZ Schloss Asparn/Zaya wurde in den letzten Wochen eine neue eisenzeitliche Schmiede errichtet, sodass auch das ″Keltische Dorf“ in Asparn/Zaya seine eigene Metallwerkstätte hat, denn die durfte schließlich in keinem Dorf fehlen.

Die neue Schmiede
Um die neue Werkstätte errichten zu können, haben Experimentalarchäologen zahlreiche archäologische Funde durchforstet, um den idealen Arbeitsbereich zu schaffen. Ausgestattet ist die Schmiede auf 4,5×3,5 m mit einem Fein- und einem Grobwerkbereich. Darin zu finden ist alles, was zur Ausstattung eines Schmieds gehört: Amboss, Esse, Blasebalg, Zangen, Ofenschaufel, Mobiliar und auch Produkte, die erst in Produktion sind.

Schmiede erleichterten durch ihr Handwerk den Alltag vor knapp 3.000 Jahren immens, da das Werkzeug aus Metall viel effektiver war. Sie entwickelten Pflugscharen, Sensen, Sicheln, Messer, Scheren und Bratspieße – Werkzeug, das sich in ihrer Form bis heute nicht verändert hat. Wie leicht scheint es heute, sich ein Messer, eine Axt oder eine Packung Nägel zu kaufen. Man stelle sich vor, zur Zeit der Kelten, mussten zwei Personen mindestens zwei Wochen arbeiten, um ein reines Kilogramm Eisen herzustellen! Vom 1.-3. Juli sind die Anfänge der Eisenbearbeitung für Besucher erlebbar, wenn die Experimentalarchäologen die Esse anwerfen und Messer, Nägel oder Feuerschläger schmieden.

Experimentelle Archäologie
Die Inbetriebnahme der neuen Schmiede findet im Rahmen der „Experimentellen Archäologie“ statt, einer Lehrveranstaltung der Universität Wien. Seit über 30 Jahren treffen sich Lehrende und Studierende aus ganz Europa um am letzten Juni-Wochenende zu experimentieren und wissenschaftliche Fragestellungen im Experiment zu beantworten: Welche Temperatur muss ein Rennofen zum Gewinnen von Eisen haben? In welchem Winkel müssen Werkzeuge gefertigt sein, um effektiv eingesetzt zu werden zu können? Oder: In welche Richtung müssen die Brettchen beim Weben gedreht werden um das gewünschte Muster zu kreieren?

Auch beim Bau der Schmiede waren Experimentalarchäologen zugange. Sie untersuchen beim Bau von Gebäuden auch die Umsetzungsfähigkeit mit historischen Werkzeugen und tragen so immens zur Forschung in der Archäologie bei.