Keltische Kirche in Hamm – Deutschland

Wenn man ein deutscher Christ bzw. Christin ist und mit der katholischen Kirche aus irgendeinem Grunde nicht mehr ganz zurecht kommt, dann bietet sich die Überlegung an, der keltischen Kirche beizutreten. Die keltische Kirche in Deutschland wurde am 2. Februar 2012 im Vereinsregister der Stadt Hamm unter VR 1959 eingetragen.

Die keltische Kirche möchte, wie wohl die Mehrzahl der christlichen Kirchen, die oikumenische Bewegung d.h. die weltweite Einigung und Zusammenarbeit der verschiedenen christlichen Kirchen voranbringen. Zu diesem Zweck versucht sie, obgleich sehr klein, sich an vielen Aktionen zu beteiligen, die dies fördern und bietet darüber hinaus sogar die eucharistische Gastfreundschaft an.

Die keltische Kirche folgt der Lehre des hl. Johannes von Ephesus, der die Betonung auf Beziehung und Gemeinschaft legte und nicht so sehr auf äußerliche Akte der Rechtschaffenheit und Hierarchien kirchlicher Autori tät. Diese Glaubenslehre zeigt eindeutig den Einfluss der jüdischen Qumran-Gemeinde, in der Mensch und Natur in einer Gleichgewichtsbeziehung gesehen wurden und weniger in einer vorgegebenen Machthierarchie. In der keltischen Kirche wird seit jeher eine Ehrfurcht vor der Natur gepflegt. Der hl. Ciaran und der hl. Columcille waren angesehene Heilige, die die Tiere liebten und die Natur achteten. Der Ritus der Segnung von Tieren geht laut Überlieferung auf den hl. Columcille zurück.

Die Keltische Kirche ist ein Teil der Einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Ihre Vertreter hatten einen maßgeblichen Einfluss auf die Kirche des Westens, z.B. auf den Canon der katholischen Kirche, und verstanden sich als Mitglied der Einen Kirche Jesu Christi. Das Gemeinsame mit der Einen Kirche überwiegt daher bei weitem die Unterschiede. Einer der bekannten Unterschiede der keltischen Kirche im Vergleich zu den westlichen Kirchen ist eine andere Würdigung der Erbsünde nach Augustinus.

Die Keltische Kirche steht in der voraugustinischen Tradition der alten Kirche, die Gottes Schöpfung einschließlich des Menschen als durchweg gut betrachtet. Der Mensch als Ebenbild Gottes ist in der Lage zwischen Gut und Böse zu unterscheiden und damit auch in der Lage, zu seiner Erlösung selbst beizutragen. Für Martin Luther bedeutete die Rückbesinnung auf Paulus und der Rechtfertigung vor Gott allein durch Gnade und Glaube die Befreiung von der monopolisierten Sündenvergebung der Kirche.

Für die Christen der Gegenwart bedeutet die Rückbesinnung auf die alte und keltische Kirche mit ihrer positiven Sicht der Schöpfung Gottes eine Befreiung von der vermeintlich ohnmächtigen Situation des Menschen vor der Sünde überhaupt. Der Mensch unterliegt zwar der Sünde, ist aber in der Lage, dieses Los zu beeinflussen. Bedeutende Vertreter waren Pelagius und Johannes Scotus Eriugena. Wir fügen der Heiligen Schrift nichts hinzu und lassen auch nichts weg. Wir folgen jedoch keinen falschen Glaubenslehren, die nicht biblisch fundiert sind, z.B. die so genannte Entrückung, die Erbsünde oder das Fegefeuer. Wir glauben, dass bestimmte Dinge ein Mysterium bleiben und dass wir nicht fähig sind, alles vollständig zu verstehen.

Die Keltische Kirche und ihre Wandermönche hatten einen wesentlichen Anteil an der Missionierung Frankreichs und Deutschlands seit dem 6. Jahrhundert. Beispiele hierfür sind die Heiligen Columban der Jüngere in Frankreich, Pirmin in Süddeutschland sowie Marinus und Anian in Bayern. Mehr Informationen hierzu finden sich in Wikipedia. Die Keltische Kirche wurde sowohl in Irland und Schottland als auch in Frankreich neu belebt und ist heute auch in den USA und in Deutschland wieder aktiv.

Die Keltisch-Apostolische Kirche und die orthodoxe keltisch germanische Kirche waren Gründungsmitglieder des Ökumenischen Rats der Keltischen Kirchen in Deutschland und sind im Oktober 2011 zur Keltischen Kirche in Deutschland e.V. fusioniert.

Website der keltischen Kirche in Hamm
https://keltischekirche.wordpress.com/