Keltenkringel, dass archäologisch erfasste keltische Honiggebäck

Die Keltenkrinkel gehören zu den wenigen archäologisch belegten keltischen Kochrezepten. Im keltisch-römischen Gräberfeld von Wederath-Belginum im Hunsrück wurde in einem Grab, aus dem 2. und 1. Jahrhundert vor unserer Zeit, ein Gebäck mit einem mittigen Loch gefunden.

Es war einem Verstorbenen mit auf seine Reise in die Andere Welt mit gegeben worden. Ein niedergeschriebenes Rezept ist nicht überliefert, doch durch chemische Analyse konnten die Zutaten rekonstruiert werden.

Das süße Honiggebäck erinnert dabei etwas an Lebkuchen. Unterschiedliche Varianten sind im Umlauf, meist wird zwischen Butter und Schmalz variiert. Im ursprünglichen Rezept wurde auch viel eher Potasche (salzhafte Teile der Holzasche) als Treibmittel benutzt.

Im Folgenden eine Variante, deren Zutaten für uns heute leichter zu besorgen sind. Danach finden Sie das Originalrezept.

Keltenkringel Rezept (modern):

250g Dinkelmehl
200g Honig
1 Ei
10g Butter
10g Hefe
1 Prise Salz

1. Ei, Honig und zerbröckelte Hefe in einer Schale vermischen.

2. Dinkelmehl dazusieben und die übrigen Zutaten vermengen.

[Thermomix: Alle Zutaten in den Thermi und 2 min. mit der Knetstufe bearbeiten]

Der Teig wird relativ zäh und klebrig.

3. Teig auf ein Backblech und mit einem Löffel portionsweise auf das Blech legen. Die Plätzchen gehen etwas auseinander. Mit dem Stiel eines Holzkochlöffels dann sehr großzügige Löcher in die Plätzchen machen. Alternativ könnte man ein Donut Backblech benutzen.

4. Im Ofen Umluft 180° 15-20 Minuten.

Die Kringel werden nach dem Backen noch etwas hart und lassen sich am besten in einer Blechdose aufbewahren.

Keltenkringel Rezept (original):

P.M. Rudin, Wederath Keltenkringli Versuche zu einer Rekonstruktion. In: Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier. Aus der Arbeit des Rheinischen Landesmuseums Trier 22 = Kurtrierisches Jahrbuch 30 (1990) 18-21.

Das Originalrezept:
5000 g Dinkelmehl (Typ 812)
4000 g Honig
500 g Eiklar
300 g Fettstoffe
200 g Hefe

Alle Zutaten von Hand zu einem Teig aufgreifen, 30-60 min. rasten lassen, pro Kringel 30 g Teig, Durchmesser 4 cm, 1,5 cm dick, auf Schamottstein bei ca. 200°C 15-20 min. backen (ohne Schamottstein geht es auch bei 175°C im Backofen).

Das Rezept Schmitt 1:
500 g Dinkelvollkornmehl
400 g Honig (auch weniger möglich)
ein ganzes Ei
60 g Schweineschmalz
25 g Hefe (frisch, lebend)
ca. eine halbe Tasse Milch
eine Handvoll Haferflocken

Das Ganze ist ein Honigteig wie Lebkuchen. Hefe ist als Backtriebmittel für Honigteige recht ungeeignet, die Hferflocken kommen dazu, um die Milch, in der die Hefe aufgelöst wird, etwas zu neutralisieren, da der Teig wegen des vielen Honigs eh schon etwas flüssig und schwer ist.

Honig und Schmalz erwärmen, so daß beides flüssig ist, Hefe in Milch auflösen, alles mit Ei und Haferflocken und Mehl zum Teig kneten (Mehl zum Kneten nach Bedarf dazugeben), kneten und schlagen (Hefeteig muß gequält werden). Gehen Lassen (Backofen 50°C), kringeln.

Da sich Hefe als Backtriebmittel nicht so bewährte (der berühmte Schleudergeschoß-Extra-Aldente-Kringel) und im Originalrezept das Triebmittel nicht ganz sicher festgestellt weerden konnte, haben wir noch andere Varianten ausprobiert.

Das Rezept Schmitt 2:
1000 g Dinkelvollkornmehl
800 g Honig
ein ganzes Ei
60 g Schweineschmalz
50 g Hirschhornsalz (Amoniumbikarbonat)
eine Prise Salz

Honig und Schmalz erwärmen, Hirschhornsalz in etwas Wasser auflössen, Teig kneten wie oben. 12 Stunden rasten lassen, kringeln.

Das Rezept Schmitt 3:
500 g Dinkelvollkornmehl
400 g Honig
ein ganzes Ei
30 g Schweineschmalz
10 g Pottasche (Kalimkarbonat)
eine Prise Salz

Verfahren wie bei Rezept Schmitt 2.

Auch Weinstein eignet sich als Triebmittel, kommt aber in der Wirkung etwas nach der Hefe. Pottasche und Hirschhornsalz haben den Vorteil, daß sie mit der Zeit Wasser anziehen und die Kringel mürbe werden.