ISIS in Noricum

Noreia war die Stammesgöttin der Noriker. Sie wurde von den Römern mit ISIS gleichgesetzt. Das berühmteste Heiligtum der ISIS in norischen Gefilden ist wohl jenes am Frauenberg bei Leibnitz.

Die einheimischen Götter bekamen nämlich in der Regel einen zusätzlichen römischen Namen, so zum Beispiel Mars-Latobius. Latobius, auch Latovius ist der Name einer keltischen Gottheit, die auf einigen Inschriften aus der römischen Provinz Noricum genannt wird. In der Interpretatio Romana wird er meist mit Mars gleichgesetzt und als Mars Latobius angerufen. So betrachtet macht es auch durchaus Sinn, wenn man auch die Hauptgöttin der Noriker mit Isis gleichsetzt. Speziell dann, wenn es sich dabei um eine Gottheit handelt die hauptsächlich von der adeligen Bevölkerungsschicht verehrt wurde.

Der Isistempel auf dem Frauenberg bei Leibnitz, aus der Zeit von 70 bis 100 unserer Zeit, hatte eine Länge von etwa 18 Meter und eine Breite von 11,5 Meter. Seine an der Südseite gelegene Front mit vier marmornen Säulen und einen Gibel ragte mitsamt dem Podium etwa 44 Meter in die Höhe. Das imposante Bauwerk war zur Römerstadt Flavia Solva ausgerichtet und musste von weit her sichtbar gewesen sein. Ein ringsum laufendes Gebälk aus strahlendem Marmor bekrönte den Tempel, dessen Dach mit großen flachen Marmorplatten gedeckt gewesen ist. Das Allerheiligste, die Cella, besaß an der Rückseite eine breite halbrunde Apsis, in der das Kultbild des Gottheit aufgestellt war. Waren die Tempeltüren geöffnet, konnten es die draußen vor dem Altar versammelten Gläubigen betrachten. In diesem Tempel wurde die Gottheit Isis angebetet, eine aus Ägypten stammende und dann im gesamten römischen Reich verehrte, Fruchtbarkeit und Segen
bringende mütterliche Göttin.

Isis, auch Iset oder Aset, war in der ägyptischen Mythologie die Tochter des Geb und der Nut, Schwester des Seth und der Nephthys, sowie Schwester und Gemahlin des Osiris. Von diesem empfing sie Horus als Sohn, den sie in der Einsamkeit der Nilsümpfe, versteckt vor 236dem Gott Seth, zur Welt brachte. Da sie den toten Osiris beklagte, der von Seth getötet wurde, galt sie auch als Göttin der Toten.

In den Pyramiden- und Sargtexten erscheint Isis während der Einbalsamierung in ihrer Funktion als Klagefrau stets am Fußende des Totenbettes oder des Sarges positioniert, während ihre Schwester Nephthys das Kopfende einnimmt. Die Interpretation ihres Namens als „Die von der Kopfstütze“ ist daher zu hinterfragen. Ihre Vergöttlichung im Verlauf der 5. Dynastie ist im Zusammenhang mit dem Aufkommen von Osiris zu sehen. Es besteht daher die Vermutung, dass Isis ursprünglich eine der Priesterinnen von Hathor und Neith war.

Wenn Sie tiefer in die Mysterien der ISIS eintauchen möchten, empfehlen wir Ihnen “Die Isis-Mysterien nach antiken Quelltexten, in Theorie und Praxis“

Gefürchtet, verachtet, geliebt, geachtet und vor allem unsterblich: Eine geheime Lehre aus dem Alten Ägypten schreibt Geschichte. In den Tempeln der Göttin Auset (Isis) entwickelte sich einer der erfolgreichsten mystischen Kulte der Welt. Er hinterlässt in Ägypten und weit darüber hinaus zahllose und zeitlose Spuren – bis in die Gegenwart hinein. Diese fundierte Forschungsarbeit behandelt und beschreibt das Mysterium dieses Kultes und seine einzigartige Geschichte. Den Höhepunkt stellt zweifelsfrei die Selbst-Initiationszeremonie in den Isiskult dar, deren Ablauf und Hymnen nach authentischem antikem Vorbild entworfen und zusammengestellt wurde.

Zu bestellen beim norischen Nemeton Eula Verlag:

Isis Mysterien Buch (1 und Buch 2) in Theorie und Praxis