Imbolic, Imbolg, Oimelc, Brigid, Maria Lichtmess, Sanas Cormaic

Imbolg ist eines der vier grundlegenden Feste des vorchristlich-keltischen Kalenders. Imbolg steht in Zusammenhang mit einem Fruchtbarkeitsritual und wurde später als Gedenktag an die heilige Brigitte übernommen.

In neuerer Zeit kennt man es als Feier des Feuers, einen der acht Feiertage (Festivals) des neuheidnischen Jahresrades. Man unterscheidet hier vier solare und vier lunare Feste. Imbolg ist vermutlich ein Vorgänger des christlichen Feiertages Mariä Lichtmess.

Gewöhnlich wird Imbolg am 1. Februar begangen, obwohl die keltischen Feiern am 31. Januar stattfanden. Heute feiert man die Gelegenheit für gewöhnlich am 1. oder 2. Februar. Manchmal wird Imbolg auch zur Zeit der ersten Frühlingsboten begangen. Einige Neuheiden bringen die Feier in Verbindung mit der Mitte zwischen der Wintersonnenwende und dem Frühjahrs-Äquinox. Diese fällt allerdings eigentlich auf den 4. oder 5. Februar. In der Südhalbkugel wird es am 2. August gefeiert.

Imbolg ist traditionsgemäß eine Zeit wetterlichen Verzugs, und vielleicht ist die alte Tradition des darauf Aufpassens, ob Schlangen und Dachse aus ihren Behausungen kommen, ein Vorläufer des in Amerika und Kanada gefeierten Groundhog Day.

Thig an nathair as an toll
La donn Bride,
Ged robh tri traighean dh’ an t-sneachd
Air leachd an lair.

“Die Schlange wird aus dem Loch kommen
Am braunen Tag der Brigitte
Obschon drei Fuß Schnee
Auf dem flachen Grund liegen sollen.”

Keltische Wurzeln

Feuer und Reinigung sind wichtige Aspekte des Festes. Brigitte (in den englischen Originalquellen auch bekannt als Brighid, Bríde, Brigit, Brìd) ist die Göttin der Dichtkunst, des Heilens und des Schmiedehandwerks. Sie ist zugleich Göttin und Heilige und wird in Verbindung mit Glück, heiligen Flammen, und Heilungen genannt. Das Anzünden von Kerzen symbolisiert die Rückkehr der Wärme und der über die nächsten Monate anwachsenden Kraft der Sonne.

Beweise und nähere Informationen zur Imbolg-Feier in Irland bietet jene Folklore, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert im ländlichen Irland und Schottland gesammelt wurde. Ergänzend existieren vergleichende Studien aus Skandinavien. Wie andere Feste des keltischen Kalenders in der irischen Mythologie wurde Imbolg am Abend des 1. Februar begangen, welcher gemäß keltischem Brauch den Beginn des Tages markierte.

Traditionell wurde das Fest mit der Laktationsperiode der Mutterschafe in Verbindung gebracht, die bald darauf die Frühjahrslämmer gebären sollten.

Der Bezeichnung “Imbolg” leitet sich aus dem irischen “i mbolg” ab, was so viel wie “in der Bauchhöhle” bedeutet. Dies bezog sich auf die Schwangerschaft der trächtigen Schafe und gilt auch als keltischer Begriff für den Frühling. Andere Bezeichnungen lauten “Oimelc” (“Mutterschafs-Milch”) und “Brigit” (in Bezug auf die keltische Göttin der Schmiedekunst, der dieser Tag geweiht ist).

Dass Imbolg eine wichtige Zeit für die altertümlichen Einwohner Irlands war, zeigt sich am “Mound of the Hostages” in Tara (Irland). Dort ist der innerste Raum perfekt an der aufsteigenden Sonne sowohl zu Imbolg als auch Samhain ausgerichtet.

Der Festtag ist ein Fest des Lichtes, welches die länger werdenden Tage als auch die Hoffnung auf den Frühling widerspiegelt. Traditionsgemäß werden sämtliche Lampen des Hauses für einige Minuten angesteckt und auch Rituale beinhalten oftmals eine Mehrzahl an Kerzen.

Der Tag der heiligen Brigitte

Im modernen irischen Kalender findet sich Imbolg sowohl als Fest der heiligen Brigitte (Stellvertretende Schutzgöttin Irlands) und Lá Feabhra – den ersten Tag des Frühlings.

Eine Sicht besagt, dass sich hier der Versuch des Christentums zeige, die Popularität des heidnischen Festes mit den eigenen Traditionen in Einklang zu bringen: Imbolg wurde übernommen, jedoch prägte man ihm die Bezeichnung als Tag der heiligen Brigitte auf.

Eine volkstümliche Tradition, die sich sowohl in christlichen als auch heidnischen Heimen zu Imbolg (oder dem Tag der heiligen Brigitte) erhalten hat, ist “Brigittes Bett”. Dabei basteln die jungen Mädchen des Haushalts oder Dorfes ein Getreidepüppchen, welches mit Bändern und anderem Tand geschmückt wird. Die älteren Frauen fertigen dann ein Bett für Brigitte. Am Vorabend zum Tag der heiligen Brigitte (31. Januar) treffen sich die jungen Frauen in einem Haus, um die ganze Nacht mit der Getreidepuppe wach zu bleiben. Später bekommen sie Besuch von allen jungen Männern, die den Frauen und der Puppe mit Respekt gegenüber treten müssen. Die älteren Frauen der Gemeinschaft hingegen bleiben zuhause, um andere Zeremonien zu vollziehen.

Vor dem Zu-Bett-Gehen löscht jeder Haushalt das Herdfeuer und recht die Asche glatt. Am Morgen sah man dann nach Zeichen in der Asche, die die heilige Brigitte auf diese Weise in der Nacht hinterlassen hatte.

Am darauf folgenden Tag wurde Brigittes Bett von Haus zu Haus gebracht, wo sie mit großen Ehren empfangen wurde. Da Brigitte die Lebensenergie repräsentiert, die die Menschen aus dem Winter in den Frühlingen brachten, ist ihre Gegenwart zu dieser Zeit des Jahres sehr wichtig. Oftmals wurde ihr Abbild auch mit einem Aschepinsel betupft – vielleicht ein altes Überbleibsel von stärkeren Fruchtbarkeitsritualen, wie sie einst praktiziert wurden.