Heilige Pflanzen der Kelten: Valeriana Celtica (Norischer Baldrian)

Valeriana celtica, gemeinhin Norischer Baldrian oder schlichtweg Speik genannt, ist eine Heilpflanze, die nur in den Nockbergen und Teilen der Niederen Tauern auf kalkfreien Böden ab einer Höhe von 1.800 Metern vorkommt.

Der Echte Speik (Valeriana celtica) ist eine Art in der Gattung der Baldriane (Valeriana). Der Name Speik geht auf die alte Benennung der Pflanze, „spica celtica“ (lat. spica = Ähre, celtica = keltisch) zurück.

Die Wurzeln dieser Art enthalten besonders viel an ätherischem Baldrianöl. Die geschützte Pflanze wurde früher massenhaft ausgegraben und vor allem in den Orient exportiert. Heute ist dies besonders lizenzierten Bergbauern vorbehalten. Sogar ein eigenes Grabwerkzeug existiert dafür, das so genannte Speikkramperl.

Die Speikböden – Alpenwiesen, auf denen die Pflanze zahlreich auftrat – wurden regelrecht bewirtschaftet, wobei man auf eine ausgiebige Nutzung jahrelange Schonzeiten folgen ließ, damit der Bestand sich wieder erholen konnte. Speikgräber war ein eigenes Gewerbe, das recht oft dem Landesherrn vorbehalten war. Die Wurzeln wurden auf besonderen Trockenböden gelagert, das Einsperren darin galt als empfindliche Strafe für bestimmte Vergehen (Speiksitzen), wobei man den Übeltäter noch lange Zeit später am Geruch erkannte.

Bekannt ist die Verwendung der Pflanze zur Produktion der Speikseife. Er wurde und wird auch als Räucherwerk, zum Würzen von Wein und Salben sowie zum Vertreiben von Motten verwendet.