Grabungen an einer rätselhaften keltischen Kultanlage

Bei Langenenslingen (Landkreis Biberach) wurden 2017 die Ausgrabungen an der rätselhaften keltischen Kultanlage der „Alten Burg“ fortgesetzt. Jetzt gibt es eine erste Bilanz.

Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Langfristprojekts führen Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Krausse seit 2014 Ausgrabungen im weiteren Umland der herausragenden frühkeltischen Stadt „Heuneburg“ bei Herbertingen-Hundersingen (Landkreis Sigmaringen) durch.

Die Untersuchungen an dem landschaftsprägenden Kultplatz „Alte Burg“ bei Langenenslingen haben in den letzten Jahren sensationelle neue Ergebnisse erbracht. Die Anlage wurde durch eine 13 m starke und über 10 m hohe Mauer abgeriegelt. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass der gesamte Bergsporn in keltischer Zeit durch Planierungen, Aufschüttungen, Hangkantenerweiterungen und Terrassierungen umgeformt wurde. 2017 wurde ein umlaufendes, noch heute beeindruckendes Befestigungssystem am Hangfuß der Anlage untersucht. Es konnte ein gewaltiger, über 16 m breiter Erdwall und ein dahinterliegender, ca. 8 m breiter und insgesamt etwa 2,3 m tiefer Graben erforscht werden.

In Ensmad bei Langenenslingen-Ittenhausen wird seit 2016 erstmals eine unbefestigte ländliche Siedlung im weiteren Umfeld der frühkeltischen Heuneburg großflächig erforscht. Die Heuneburg sowie die anderen Höhenbefestigungen müssen von solchen bäuerlichen Ansiedlungen mit Nahrungsmitteln versorgt worden sein. Neben Pfostengruben von Hausgrundrissen konnten mehrere mächtige Vorratsgruben mit Durchmessern von bis zu 3,8 m und erhaltenen Tiefen von mehr als 2 m freigelegt werden. Auf der Sohle einer dieser Gruben konnte ein Schweineskelett geborgen werden. Auffallend viel Fundmaterial in Form von Schmuckgegenständen aus Metall, Glas und Sapropelit spricht für einen hervorgehobenen Lebensstil der Menschen, die hier in keltischer Zeit lebten.