Goidelische Sprachen

Die goidelischen Sprachen (Irisch: teangacha Gaelacha; Schottisch-Gälisch: cànanan Goidhealach; Manx: çhengaghyn Gaelgagh), auch als gälische oder Q-keltische Sprachen bezeichnet, stellen einen Zweig der inselkeltischen Sprachen dar. Der Name leitet sich vom mythischen Volk der Goidelen her. Verwirrenderweise werden alle drei Sprachen meistens nur als „Gälisch“, die Sprecherinnen und Sprecher als Gälen bezeichnet.

Folgende Einzelsprachen gehören dazu:

Irisch (Gaeilge)
dessen Neufundländer Dialekt, das Neufundland-Irische

Schottisch-Gälisch (Gàidhlig)

dessen Neuschottländer Dialekt, das Kanadisch-Gälische

Manx (Gaelg), im 20. Jahrhundert ausgestorben und bis zu einem gewissen Grad wiederbelebt

Die drei goidelischen Sprachen sind sich linguistisch sehr ähnlich und formten historisch ein Dialektkontinuum von Irland über die Isle of Man bis Schottland. Das ausgestorbene Manx steht dem Schottisch-Gälischen näher als dem Irischen. Alle modernen goidelischen Sprachen gehen auf das frühmittelalterliche Irische (Alt-/Mittelirische) zurück, der Begriff „Goidelisch“ umfasst aber auch ältere Sprachstufen wie das archaische Irisch (vor 600 unserer Zeit, in Ogam-Schrift belegt).

Gaedel

Gaedel Glas, auch Goidel Glas, (lateinisch Gathelus) ist eine Figur aus dem Lebor Gabála Érenn „(Geschichte der Landnahme Irlands“) der keltischen Mythologie. Das Lebor Gabála Érenn [‘lʴevor gəvaːla ‘eːrʴeN] („ Das Buch von den Einnahmen Irlands“, „Das Buch der Landnahmen Irlands“, neuirisch Leabhar Gabhála Éireann) ist ein vermutlich im 9. Jahrhundert entstandenes und im 11. Jahrhundert kompiliertes Sammelwerk in mittelirischer Sprache verschiedener Erzählungen und Gedichte, die eine mythische Geschichte Irlands erzählen. Das Lebor ist in zwei unterschiedlichen Versionen überliefert, zuerst im Lebor Laignech („Das Buch von Leinster“) und im Leabhar Mór Leacain („Das große Buch von Lecan“).

Mythologie

Gaedel Glas gilt als Sohn des Nél und der Scota und Nachfahre Noahs. Er wird als der Stammvater der Gälen und (Mit-)Schöpfer der Goidelischen Sprachen angesehen.

Nach der frühen irischen Chronik Lebor Gabála Érenn war Scota die Tochter des ägyptischen Pharaos Cingris, dessen Name nur in der irischen Mythologie vorkommt. Sie heiratete Nél, den Sohn des Feinius Farsaidh, der babylonischer oder skythischer Herkunft war und nach dem Einsturz des Turms von Babel nach Skythien reiste. Nél war Sprachgelehrter und wurde vom Pharao nach Ägypten eingeladen und mit Scota verheiratet. Aus ihrer Ehe ging Goidel Glas, der eponyme Vorfahre der Gälen, hervor. Dieser schuf die gälischen Sprachen, indem er zusammen mit Feinius Farsaidh und Nél die besten Merkmale der nach der Babylonischen Sprachverwirrung vorhandenen 72 Sprachen kombinierte.

In einer volkstümlichen Erzählung aus seiner Jugendzeit wird berichtet, dass Mose Goidel als Baby von einem Schlangenbiss geheilt habe und ihm versprach, er werde in ein Land auswandern, wo es keine Schlangen gebe.

Goidelen

In einer Vorgeschichte zum Lebor Gabála Érenn wird Agnomain als Vater von Feinius Farsaidh genannt, er ist also als Ahnherr der Goidelen anzusehen. In dieser Erzählung reisen die Goidelen vom Nordufer des Kaspischen Meeres über die Maeotis-Sümpfe (Asowsches Meer) und die Straße von Kertsch in den Pontus Euxinus („Schwarzes Meer“) und das Mittelmeer. Sie gelten als die Vorfahren der Söhne des Míl Espane, der Milesier, der letzten und „gälischen“ Einwanderungswelle nach Irland, die die Túatha Dé Danann als Herrschervolk ablösen.

Der Sprachforscher O’Rahilly nennt in seinem Versuch, das Lebor Gabála Érenn mit der modernen Forschung in Einklang zu bringen, die Goidelen als letzte Einwanderungswelle nach Irland. Sie sollen aus Südgallien gekommen sein und vom Stamm der Quariates („Kesselleute“) abstammen – eine Herkunft von Goidel Glas wird nicht thematisiert. Diese Einwanderung setzt O’Rahilly zeitlich relativ kurz vor Caesars Britannienfeldzüge an, nämlich zwischen 325 und 50 v. Chr. Als Vorfahren der Goidelen gelten bei ihm die Milesier. Diese Theorie wird von der neueren Forschung verworfen, da es dafür keine archäologischen Nachweise gibt.