Die Ligister Keltenwege in der Steiermark

Die Ligister Keltenwege in der Steiermark führen vom Marktplatz Ligist auf den Dietenberg zu den Ausgrabungen aus der Keltenzeit. Schautafeln zu den Kelten und der damaligen keltischen Höhensiedlung bringen dem Wanderer bzw. der Wanderin die Bronzezeit näher.

Ligist ist ein Ort mit Geschichte. Schon die Kelten siedelten in Ligist und auch römische Münzen wurden in Ligist gefunden. Die Ligister Burg erbauten die Lubgaster. Daraus entwickelte sich der Ortsname Lubgast und später Ligist. Nach den Lubgastern bewohnten die Saurauer die Burg.

Auf heutigem Ligister Gemeindegebiet lassen sich Besiedelungsreste nachweisen, die fünf- bis sechstausend Jahre alt sind. Für die dichteste Besiedelung vor Christi Geburt sorgten die Kelten. Seit 1930 wurden bei der Feldbearbeitung im Ortsgebiet von Dietenberg immer wieder archäologische Artefakte einer Siedlung gefunden. Ein Teil davon stammt aus der Latènezeit, ein anderer Teil ist jüngeren Datums. Da Raubgrabungen das Gelände zu zerstören drohten, führte das Landesmuseum Joanneum ab 1976 Rettungsgrabungen durch. Ein spätlatènezeitliches rund 12 m langes Gebäude wurde freigelegt. Das Objekt steht auf einer Terrasse aus Flussgeschiebe und hat Grundmauern aus örtlichem Gestein und Flusskiesel, die Außenwände waren mit Steinplatten verkleidet. Zwei weitere Gebäude in der Nähe sind bei der Grabung angeschnitten worden. Dabei wurde auch eine Bronzefibel im Frühlatènestil gefunden. Durch die Errichtung einer mittelalterlichen Burganlage, der „Dietenburg“ (siehe unten), auf diesem Gelände sind die älteren Objekte teilweise zerstört und können auch nicht mehr zur Gänze zeitlich eingeordnet werden.

Die Ligister Keltenwege

Die „Ligister Keltenwege“ beginnen am Marktplatz Ligist und führen uns in südöstlicher–Richtung, vorbei am ehemals bedeutenden Hammerwerk Roob, über einen ampelgeregelten Straßenübergang in Richtung Dietenberg. Der Weg geht nach der Straßenquerung entlang des Ligistbaches, bevor wir nach der kleinen Hunesbachbrücke scharf nach links abbiegen.

Ein kleines Wegstück gehen wir noch eben weiter, vorbei am Hundeabrichteplatz, bevor wieder links abbiegend der Auftstieg auf den alten Siedlungsplatz der Kelten, den Dietenberg, beginnt.

Die nächsten 500 m Weglänge sind die steilsten am gesamten Wegverlauf, führen aber gut zur Hälfte im schattigen Laubwald. Ein kleiner, nur für lokale Zwecke genutzter Steinbruch mit interessanten Gesteinsformationen beendet den steilen Aufstieg.

Erholsam gehen wir weiter durch einen verfallenen Bauernhof, bevor es wieder mäßig steil wird und wir die Region der Weingärten erreichen. Genussvoll ist die Wanderung durch die Weingärten mit sehr schönem Blick auf Ligist. Nach der Durchquerung der Weingärten führt uns der Weg wieder durch Wald, unterbrochen mit Tiefblicken zum „Teufelstein“ an der Ligister Umfahrungsstraße und auf den Ligistberg mit dem 805 m hohen Wartenstein.

Nach kurzer ansteigender Wegstrecke stehen wir am Gipfel des Dietenberges mit seinen keltischen Ausgrabungen und einem prachtvollen Blick über den Ligister Talkessel. Der 1066 erstmals erwähnte Berg erhielt seinen Namen vermutlich vom seinem einstigen Burgherrn, einem Dieter.

Der höchste Punkt der Wanderung ist nun erreicht. Zum Ausruhen und Genießen nützen wir den Buschenschank „Greitbauer“ gleich unterhalb des Gipfels.

Abwärts gehen wir durch Weingärten, vorbei am Gasthaus Kürzl und einem in Originalbauweise nachgebildeten Keltenhaus, ca. 1 km der Straße entlang. Danach verlassen wir am Beginn des „Schwarzwaldes“ (ursprüngliche Bezeichnung für reinen Nadelwald) die Straße linksseitig, um auf einem Waldsteig bald zur Abzweigung des kürzeren Keltenweges nach Ligist zu kommen.

Den Ort erreichen wir auf dieser Route in etwa einer ½ Stunden.