Die Kelten in der Bibel (Galaterbrief): „Ihr seid berufen zur Freiheit!“

Galater (griechisch Γαλάται Galátai) ist die Bezeichnung für die Nachfahren der 20.000 keltischen Söldner vom Stamm der Volcae, die 278 v.u.Z. von König Nikomedes I. von Bithynien angeheuert wurden. Sie ließen sich im Gebiet um Gordion und Ancyra (das heutige Ankara) nieder, das später nach ihnen Galatien genannt wurde.

Sie teilten sich in drei Stämme, die Tolistobogier (Τολιστοβόγιοι, Tolistobogii), die Tektosagen (Τεκτόσαγες, Tectosages), mit ihren Teilstämmen der Ambitouti, Toutobodiaci und Voturi, und die Trokmer (Τρόκμοι, Trocmi). Die Galater werden auch im Neuen Testament erwähnt, und zwar im Brief des Paulus an die Galater.

Für Paulus ist die Wahrheit des Evangeliums in Gefahr (2,4f). Darum tritt er so energisch auf. Er will die Galater wieder auf seine Seite bringen und sie überzeugen, dass seine Verkündigung des gesetzesfreien Evangeliums die einzig richtige ist: denn „Ihr seid zur Freiheit berufen“ (Galaterbrief 5,13).

Galatien bezeichnete in hellenistischer, römischer und byzantinischer Zeit eine von den keltischen Galatern bewohnte Landschaft in Zentralanatolien mit den Zentren Gordion und Ankyra (das heutige Ankara). Das Gebiet war bis weit ins 2. Jh.u.Z. in die Territorien der drei Großstämme der Tolistobogier (auch Tolistoagier), Trokmer und Tektosagen gegliedert, die mit Pessinus im Westen, Tavium im Osten und Ankyra im Zentrum jeweils einen Hauptort besaßen und sich wiederum in jeweils vier Untergruppen einteilen ließen.

Mit dem Marsch nach Italien und Griechenland des Keltenhäuptlings Brennus (4. Jahrhundert v.u.Z.) kamen viele verschiedene Keltenvölker in den Mittelmeerraum, wo sie sich nach dessen Tod zerstreuten. Während einige zurück nach Norden zogen, schlossen sich andere zu Verbänden zusammen und verheerten ab 281 v. u.Z. Nordgriechenland, Thrakien und Makedonien. Teile dieser keltischen Verbände gründeten im östlichen Thrakien das Königreich Tylis und wurden vom bithynischen Herrscher Nikomedes I. 278 v.u.Z. gegen dessen Bruder Zipoites zu Hilfe gerufen. Nach dem Sieg über Zipoites stießen die drei Stämme der Tolistoagier, Trokmer und Tektosagen weiter in das Innere Kleinasiens vor, wo sie sich, von Antiochos I. in der sogenannten Elefantenschlacht (268 v.u7.Z.) besiegt, niederließen und das Königreich Galatien gründeten, in dem sich allmählich auch die Stadtkultur durchsetzte.

Die Galater ließen sich von den Seleukiden (v. a. von Antiochos III.) und den Ptolemäern jedoch weiterhin als Söldner anwerben und unternahmen immer wieder Raubzüge gegen die Küstenstädte im Westen, von denen sie Geldzahlungen erpressten. Dies führte zum einen zur Einführung der sogenannten „Galatersteuer“, zum anderen zur Intervention Roms und Pergamons: Um 230 v.u.Z. gelang es zunächst Attalos I., die Galater zweimal zu besiegen; 184 v.u.Z. errang Eumenes II. sogar die Oberherrschaft über Galatien (bis 165 v.u.Z.), nachdem dieses bereits 189 v.u.Z. vom römischen Konsul Gnaeus Manlius Vulso invadiert und nachhaltig geschwächt worden war.

Zur Zeit der Mithridatischen Kriege stellte Galatien Rom Truppen gegen Mithridates VI. zur Verfügung, obwohl es seit der Herrschaft Mithridates V. zum pontischen Einflussbereich gehörte.

Die galatische Sprache

Das Galatische ist die östlichste belegte festlandkeltische Sprache. Die ausgestorbene Sprache wurde im Zuge der Ausbreitung keltischsprachiger Volksgruppen (Galater) im 3. Jahrhundert v.u.Z. über Südosteuropa nach Kleinasien getragen. Sie wurde vor der Zeitenwende auf dem Gebiet der heutigen westlichen Türkei gesprochen und ist nur spärlich belegt.

Noch um 400 n.u.Z. sagte Hieronymus: »Die Galater haben neben dem Griechischen, das alle Personen im Osten sprechen, noch ihre eigene Sprache, ziemlich ähnlich wie die der Treverer«. Laut Tacitus erhoben jedoch die Treverer mit besonderem Ehrgeiz Anspruch darauf, germanischen Ursprungs zu sein und sich so von den schlaffen Galliern abheben zu können.

Das Galatische weist enge Parallelen zum Gallischen und Lepontischen auf.