Begründeten die Kelten die Chachapoya-Kultur in den südamerikanischen Anden?

Die Geschichte scheint schnell erzählt; “Auf der Flucht vor den Römern kamen Mittelmeer-Bewohner und spanische Kelten in der Antike bis Südamerika.” Doch gibt es dafür auch archäologische Beweise?

Ganze 14 Jahre forschte der Kulturwissenschaftler Hans Giffhorn, von der Universität Göttingen und Hildesheim, bevor er mit seinen Forschungsergebnissen an die Öffentlichkeit getreten ist.

Giffhorn erklärte zu der Frage ob Amerika schon in der Antike von Europäern besucht wurde folgendes: „Ich hielt das alles für Quatsch, habe mich mit Fachleuten in Verbindung gesetzt, von denen ich mir klare Argumente erhoffte, dass es keine Atlantik-Überquerungen in der Antike gegeben haben konnte.“ Doch das war eine Fehlanzeige. „Was ich erhielt, war die pauschale Weigerung, sich Gedanken in diese Richtung zu machen.“ Daraufhin hat er beschlossen der Sache auf den Grund zu gehen.

Giffhorn geht nach seinen Forschungen davon aus, dass spanische Kelten im 2. Jahrhundert vor unserer Zeit gemeinsam mit phönizischen Seefahrern, den Karthagern, über den Atlantik gekommen sind. Ebenfalls per Schiff hätten sie dann das Amazonas-Gebiet durchquert und in Peru eine neue Kultur begründet: die der Chachapoya.

Die Chachapoya sind ein prähistorisches Andenvolk (indigene Völker Südamerikas). Der Name wurde ihnen von den Inka gegeben und bedeutet auf Quechua „Wolkenmenschen“ oder „Nebelkrieger“. Die Chachapoya wurden von dem spanischen Chronisten Pedro de Cieza de León als die “weißesten und schönsten Indianer Perus” beschrieben. Bis heute gibt es übrigens blonde Peruaner, „Gringuitos“ genannt. Doch ab wann man genau von einer Chachapoya-Kultur sprechen kann, ist ungewiss.

Dennoch, es gibt mehrere Indizien, die für eine Herkunft der Chachapoya aus dem antiken keltisch-karthagischen Raum sprechen. Diese sind zum Beispiel ähnliche Götterdarstellungen, fast identische Steinschleudern, da wie dort Zickzack-Ornamente als Häuser-Verzierung und uralte Stein-Rundbauten, die keltischen Wohnhäusern im nordwestlichen Spanien glichen; zudem gewaltige Festungen, die nirgendwo in Amerika ihresgleichen finden, aber bis ins Detail den zweitausend Jahre alten Bauten spanischer Kelten entsprechen. Sogar in der Musik will Giffhorn Parallelen zur Volksmusik auf Ibiza gefunden haben. Mehr noch: Genetische Untersuchungen deuten auf eine Verwandtschaft von Chachapoya-Nachkommen mit spanischen Kelten hin.